Elektroschutz-Komponenten
RCD-Typ
Auch bekannt als: FI-Typ, Typ A, Typ B, Typ F, Typ B+, Wellenform-Typ
Kurzantwort
Klassifizierung des FI-Schutzschalters nach Wellenform des Fehlerstroms, den er sicher erkennt — AC, A, F, B, B+ in aufsteigender Empfindlichkeit.
Grundlage: Kategorie: Elektroschutz-Komponenten
Ausführliche Definition
Frühe FIs (Typ AC) reagieren nur auf reine Sinus-Wechselströme. Mit zunehmender Verbreitung elektronischer Verbraucher (Phasenanschnitt, Brückengleichrichter) reichte das nicht mehr — Typ A erfasst zusätzlich pulsierende Gleichströme und ist seit 2009 in Deutschland Standard für Hausinstallationen. Typ F erweitert um Mischfrequenzen, wie sie an Frequenzumrichtern entstehen. Typ B erfasst zusätzlich glatte Gleichfehlerströme — Pflicht überall dort, wo ein Gleichrichter im Fehlerfall einen DC-Strom prägen kann (3-phasige Wechselrichter, Wallbox ohne integrierten DC-Schutz). Typ B+ ist ein erweiterter Typ B mit verbessertem Schutz im hochfrequenten Bereich (bis 20 kHz) und wird häufig für 22-kW-Wallboxen oder industrielle Wechselrichter eingesetzt.
Anwendung in unseren Rechnern
In der Komponenten-Auswahl ist der RCD-Typ die wichtigste Differenzierungs-Achse: ein Typ-A-FI für 30 € versus ein Typ-B-FI für 250 € — die Mehrkosten sind Pflicht, sobald glatte DC-Fehlerströme möglich sind. Im Wallbox-Rechner empfehlen wir Typ B (oder integrierten DC-Schutz im Ladegerät) und in der PV-Verkabelung Typ B/B+ je nach Wechselrichter-Topologie.
Häufige Missverständnisse
Typ A reicht für normale Geräte — falsch: Sobald ein 3-phasiger Wechselrichter ohne galvanische Trennung im Stromkreis ist, blendet ein glatter DC-Fehlerstrom den Typ-A-FI ab und der Personenschutz ist faktisch unwirksam. Ein anderer Fehler: einen Typ-B-FI als Universal-Lösung überall einbauen — das geht zwar, kostet aber das 5-fache und ist außerhalb seiner Indikation überdimensioniert.
Häufige Fragen
Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination
Reicht Typ A für meine Wallbox?
Nur wenn die Wallbox einen integrierten DC-Schutz (DC-RCM oder DC-Sensor mit 6-mA-Erkennung) mitbringt — das ist bei den meisten modernen Geräten der Fall, steht im Datenblatt unter RCM oder RDC-DD. Ohne diesen integrierten Schutz ist ein vorgeschalteter Typ-B-FI Pflicht.
Wo ist der Unterschied zwischen Typ B und Typ B+?
Typ B+ erfasst zusätzlich höherfrequente Fehlerströme (bis 20 kHz) und hat einen ausgedehnten Erfassungsbereich. Eingesetzt bei 22-kW-Wallboxen, industriellen Frequenzumrichtern und Hochleistungs-Wechselrichtern. Im normalen Wohnumfeld reicht Typ B.
Kann ich einen alten Typ-AC-FI noch verwenden?
Nicht in der Neuinstallation oder Renovierung in Deutschland — DIN VDE 0100-410 verlangt seit 2009 mindestens Typ A für Hausinstallationen. Bestehende Typ-AC-FIs in alten Anlagen dürfen weiter betrieben werden, sollten aber bei der nächsten Renovierung ersetzt werden.
Siehe auch
Verwandte Begriffe im Lexikon.
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