TGB Automation

Elektroschutz-Komponenten

FI-Schutzschalter

Auch bekannt als: FI, RCD, Residual Current Device, Differenzstrom-Schutzschalter, RCCB

Kurzantwort

Schutzschalter, der bei Differenz zwischen Hin- und Rückleiterstrom auslöst — primär gegen elektrischen Schlag bei Berührung spannungsführender Teile.

Grundlage: Kategorie: Elektroschutz-Komponenten

Ausführliche Definition

Ein FI vergleicht permanent die Stromsumme aller geschützten Leiter. Im fehlerfreien Betrieb fließt jeder Strom, der hinausgeht, auch wieder zurück — die Summe ist null. Sobald ein Teil des Stroms über einen anderen Pfad zurückkehrt (z. B. durch eine Person, die ein defektes Gerät berührt), entsteht eine Differenz, die der eingebaute Summenstrom-Wandler erkennt und über einen Halteanker den Schaltmechanismus auslöst. Die Auslösezeit liegt typisch unter 30 ms bei Nennfehlerstrom und unter 10 ms bei 5×I∆n. Der FI ersetzt keinen Überlastschutz — er muss immer mit einem vorgelagerten LS kombiniert werden, oder als FI/LS-Kombination (RCBO) ausgeführt sein. In Wohngebäuden seit 2007 (Neubau) bzw. 2009 (Renovierung) Pflicht für Steckdosen-Endkreise mit ≤ 32 A.

Anwendung in unseren Rechnern

Im Schleifenimpedanz-Rechner ist der FI die zweite Schutzebene, falls die Schleifenimpedanz für die schnelle Abschaltung über den LS nicht ausreicht. In der Wallbox-Verkabelung muss zusätzlich der RCD-Typ stimmen — Typ A reicht nicht, weil der Wechselrichter glatte DC-Anteile in den Fehlerstrom einprägen kann.

Häufige Missverständnisse

Häufig wird angenommen, ein FI schütze auch die Leitung. Tatsächlich schützt er nur Personen vor Berührungsspannung — die Leitung muss zusätzlich durch einen LS gegen Überlast und Kurzschluss geschützt sein. Ein anderer Fehler: einen Typ-AC-FI verwenden, weil er günstig ist. In Deutschland sind Typ-AC-FIs seit 2009 in der Hausinstallation nicht mehr zulässig — Standard ist Typ A.

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination

Wann brauche ich einen FI-Schutzschalter zwingend?
Bei allen Steckdosen-Endkreisen ≤ 32 A in Wohngebäuden, in Bädern, an Außensteckdosen und in Räumen mit erhöhter Gefährdung (Kinderzimmer, Küche). Ohne FI ist der Endkreis nicht normgerecht und der Versicherungsschutz im Schadenfall gefährdet.
Wie viele FIs brauche ich in einem Haus?
Mindestens einen pro Stromkreis-Gruppe, damit bei einer Auslösung nicht das ganze Haus dunkel wird. In der Praxis: ein FI pro Etage oder pro Funktionsbereich (Bad/Küche/Wohnen). Ein einzelner Zentral-FI ist normgerecht aber unkomfortabel — eine FI/LS-Kombination pro Endkreis ist die Komfort-Lösung.
Warum löst ein FI manchmal grundlos aus?
Meist durch addierte Ableitströme mehrerer Geräte. Jeder Verbraucher mit Y-Kondensator (Computer, WR, Frequenzumrichter) leitet etwas zum PE ab. Summiert können 30 mA überschritten werden. Lösung: Last auf mehrere FI-Gruppen verteilen oder Typ-G-FI (kurzzeit-verzögert) einsetzen.

Siehe auch

Verwandte Begriffe im Lexikon.

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →