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Installationsmethoden

Verlegeart

Auch bekannt als: Installationsmethode, Referenzverlegeart

Kurzantwort

Die Verlegearten A1, A2, B1, B2, C, D1, D2, E, F und G beschreiben, wie ein Kabel oder eine Leitung liegt. Davon hängt ab, wie viel Strom sie dauerhaft trägt.

Grundlage: Kategorie: Installationsmethoden

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →

Welche Verlegearten gibt es — A1 bis G im Überblick?

Die zehn Kurzzeichen in der Tabelle sind die Referenzfälle, auf die sich DIN VDE 0298-4 bezieht. Sie entscheiden über die Wärmeabfuhr und damit über die zulässige Strombelastbarkeit: Je freier ein Leiter in Luft liegt, desto besser kühlt er — im Rohr in einer gedämmten Wand staut sich die Wärme.

Verlegeart Aufbau Wärmeabfuhr Typischer Einsatz
A1 Einzeladern im Rohr in einer wärmegedämmten Wand gering Leerrohr in der Dämmebene, Holzständerwand
A2 Mehradrige Leitung im Rohr in einer wärmegedämmten Wand gering Mantelleitung im Leerrohr innerhalb der Dämmung
B1 Einzeladern im Rohr auf oder in einer massiven Wand mittel Auf-/Unterputz-Leerrohr auf Mauerwerk
B2 Mehradrige Leitung im Rohr auf oder in einer massiven Wand mittel NYM im Leerrohr auf massiver Wand
C Mehradrige Leitung direkt auf der Wand, ohne Rohr gut NYM direkt auf Putz/Mauer mit Schellen
D1 Kabel im Schutzrohr im Erdreich mittel Erdkabel im Kabelschutzrohr, Hausanschluss
D2 Kabel direkt im Erdreich verlegt gut Erdkabel NYY direkt im Kabelgraben
E Mehradrige Leitung frei in Luft, auf Kabelpritsche/-rinne sehr gut Kabeltrasse, gelochte Pritsche im Technikraum
F Einzeladern frei in Luft, einander berührend sehr gut Einzeladern berührend auf Trasse, größere Querschnitte
G Einzeladern frei in Luft mit Abstand zueinander am besten Großquerschnitte/Sammelschienen mit Luftabstand

Eigene Einordnung der Wärmeabfuhr aus dem Konvektionsprinzip, in Anlehnung an DIN VDE 0298-4 — ohne Reproduktion der normativen Korrekturfaktoren. Konkrete Belastbarkeitswerte berechnet unser Kabelquerschnitt-Rechner aus dem eigenen Wärmemodell.

Ausführliche Definition

Für Kabel und Leitungen unterscheidet man die Verlegearten A1 bis G. A1 und A2 stehen für Einzeladern beziehungsweise eine Mantelleitung im Rohr in einer wärmegedämmten Wand, B1 und B2 für dieselbe Aufteilung im Rohr auf oder in einer massiven Wand, C für die Leitung direkt auf der Wand, D1 und D2 für das Erdkabel im Schutzrohr oder direkt im Graben. E gilt für Kabel frei in Luft, F und G für Einzeladern frei in Luft, berührend oder mit Abstand. Diese Kurzzeichen sind die Referenzfälle der DIN VDE 0298-4. Dahinter steht in jedem Fall dieselbe Größe: die Wärmeabfuhr. Je besser ein Leiter seine Betriebswärme loswird, desto mehr Strom darf er dauerhaft führen. In der gedämmten Wand staut sich die Wärme und die Belastbarkeit fällt auf rund 70 % der Referenz, frei in Luft steigt sie auf etwa 130 %.

Was bedeutet Verlegeart B2 — und was kostet mich das Rohr?

Verlegeart B2 steht für eine mehradrige Mantelleitung im Elektroinstallationsrohr — auf oder in der Wand, im Estrich, in der abgehängten Decke. Der Unterschied zu B1 liegt nicht am Rohr, sondern am Inhalt: B1 meint Einzeladern im Rohr, B2 die komplette Mantelleitung. Das Rohr schließt eine Luftschicht ein, die die Betriebswärme schlechter abführt als die freie Wand — derselbe Querschnitt trägt deshalb im Rohr rund 10 % weniger Strom als direkt darauf.

Querschnitt Iz in B2 (im Rohr) Iz in C (auf der Wand) Nachteil B2
1,5 mm² 13,9 A 15,4 A −10 %
2,5 mm² 19,1 A 21,2 A −10 %
4 mm² 25,8 A 28,6 A −10 %
6 mm² 33,7 A 37,3 A −10 %
10 mm² 47,4 A 52,5 A −10 %

Berechnet aus dem eigenen Wärmebilanz-Modell für NYM-J Kupfer, 3 Adern mit 2 belasteten Leitern, 30 °C Umgebung, ein Stromkreis ohne Häufung — in Anlehnung an DIN VDE 0298-4, ohne deren Tabellenwerte zu reproduzieren. Die Werte sind Modellwerte und bewusst konservativ; welche Schutzeinrichtung zu einer konkreten Leitung passt, ist eine Frage der gesamten Installation und gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Mehrere Rohre nebeneinander oder ein warmer Estrich senken die Belastbarkeit zusätzlich — beides rechnet der Kabelquerschnitt-Rechner durch.

Was bedeutet Verlegeart E — und wie viel Strom trägt mein Kabel dort?

Verlegeart E steht für eine mehradrige Leitung frei in Luft — typisch auf einer gelochten Kabelpritsche oder Kabelrinne mit Abstand zur Wand, wie in Technikräumen, Kellern und Industriehallen. Die Luft umspült das Kabel von allen Seiten, die Betriebswärme wird per Konvektion optimal abgeführt. Deshalb trägt derselbe Querschnitt in E deutlich mehr Strom als im Installationsrohr (B2). Abzugrenzen: F und G gelten für Einzeladern frei in Luft (berührend bzw. mit Abstand), nicht für Mantelleitungen.

Querschnitt Iz in E (frei in Luft) Iz in B2 (im Rohr) Vorteil E
1,5 mm² 17,4 A 13,9 A +25 %
2,5 mm² 24 A 19,1 A +26 %
4 mm² 32,4 A 25,8 A +26 %
6 mm² 42,2 A 33,7 A +25 %
10 mm² 59,4 A 47,4 A +25 %
16 mm² 81,7 A 65,2 A +25 %
25 mm² 111,2 A 88,7 A +25 %
35 mm² 140,7 A 112,2 A +25 %

Berechnet aus dem eigenen Wärmebilanz-Modell für NYM-J Kupfer, 3 Adern mit 2 belasteten Leitern, 30 °C Umgebung, ein Stromkreis ohne Häufung — in Anlehnung an DIN VDE 0298-4, ohne deren Tabellenwerte zu reproduzieren. Liegen mehrere belastete Stromkreise auf derselben Pritsche, reduziert der Häufungsfaktor die Werte spürbar. Ihre konkrete Kombination aus Verlegeart, Temperatur und Häufung rechnet der Kabelquerschnitt-Rechner durch.

Anwendung in unseren Rechnern

Im Kabelquerschnitt-Rechner wählen Sie im Expert-Modus zwischen den Verlegearten A1 bis G. Die Presets für Wallbox, Herd oder Wärmepumpe sind auf B2 voreingestellt — Mantelleitung im Installationsrohr auf oder in der Wand, der häufigste Fall der Hausinstallation. Je nach gewählter Verlegeart weicht die berechnete Strombelastbarkeit um bis zu 50 % vom Referenzwert ab.

Häufige Missverständnisse

Häufig wird eine zu optimistische Verlegeart angenommen. Ein Kabel in einer Fußbodenheizung oder hinter einer Wärmedämmung entspricht fast immer A1 (schlechteste Wärmeabfuhr), nicht C (direkt auf Wand). Auch werden zwei parallel verlegte Kabel oft wie einzelne behandelt — die Häufung muss zusätzlich berücksichtigt werden.

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Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Berechnung

Was unterscheidet B1 von B2?
Bei B1 liegen Einzeladern im Installationsrohr, bei B2 ein komplettes mehradriges Kabel. Der Mantel hält die Wärme der inneren Adern zurück, und die Adern liegen dichter beieinander. In unserem Wärmemodell trägt eine dreiadrige Mantelleitung in B2 deshalb rund 5 % weniger Strom als Einzeladern gleichen Querschnitts in B1 — die Zahl hängt daran, wie viele Adern man auf jeder Seite ansetzt, und ist keine feste Norm-Größe.
Welche Verlegeart ist für Wallbox-Leitungen typisch?
In Neubauten meist B2 (NYM-J im Installationsrohr auf der Wand oder unter Putz). Bei Verlegung in wärmegedämmten Garagenwänden A1. Bei Erdverlegung zur Garage D1 oder D2 — die bei unserem Rechner jeweils auswählbar sind.
Warum ist Verlegeart E so viel günstiger als A1?
Weil bei E das Kabel frei in Luft liegt und die Betriebswärme per Konvektion optimal abgegeben wird. In einer wärmegedämmten Wand (A1) staut sich die Wärme dagegen, und die zulässige Belastbarkeit sinkt auf rund 55 bis 70 % des E-Werts.

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