Elektroschutz-Komponenten
Leitungsschutzschalter
Auch bekannt als: LS, LSS, Sicherungsautomat, MCB, Miniature Circuit Breaker
Kurzantwort
Wiedereinschaltbares Schutzelement mit zwei Auslöse-Mechanismen — thermisch (Bimetall) gegen Überlast und magnetisch (Spule) gegen Kurzschluss.
Grundlage: Kategorie: Elektroschutz-Komponenten
Ausführliche Definition
Im Leitungsschutzschalter sind zwei Auslöse-Pfade parallel verbaut. Das Bimetall biegt sich bei dauerhafter Überlast langsam, bis es nach Sekunden bis Minuten den Kontakt öffnet — proportional zum Quadrat des Stroms. Der Magnetauslöser reagiert in 5–20 ms, sobald ein Vielfaches des Nennstroms fließt; das Vielfache hängt von der LS-Charakteristik ab (B 3–5×, C 5–10×, D 10–14×). Nach einer Auslösung lässt sich der Schalter manuell zurücksetzen — er ist anders als die Schmelzsicherung mehrfach verwendbar. Geprüft wird nach DIN EN 60898-1 für Haushalt und ähnliche Bereiche; für Industrieanwendungen kommt DIN EN 60947-2 (Leistungsschalter) zum Einsatz, der ein höheres Schaltvermögen mitbringt.
Anwendung in unseren Rechnern
Im Absicherungs-Rechner ermitteln wir die richtige LS-Charakteristik und den passenden Nennstrom für eine Anwendung. Im Schleifenimpedanz-Rechner prüfen wir, ob die magnetische Auslösung in der vorgeschriebenen Abschaltzeit erreicht wird.
Häufige Missverständnisse
Häufig wird der LS pauschal mit der Schmelzsicherung gleichgesetzt. Beide schützen die Leitung, aber der LS ist mehrfach verwendbar und hat zwei Charakteristiken (thermisch + magnetisch), die Schmelzsicherung nur eine kombinierte. Ein anderer Fehler: B/C/D nach Bauchgefühl wählen — ein B16 löst beim Anlauf eines Trafos aus, ein D16 würde halten, ist aber für reine Steckdosenkreise überdimensioniert.
Häufige Fragen
Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination
Wann reicht ein B-LS und wann brauche ich C oder D?
B reicht für ohm'sche Lasten (Steckdosen, Beleuchtung, Heizungen). C ist für gemischte Lasten mit moderaten Einschaltströmen — kleine Motoren, Vorschaltgeräte. D ist für hohe Inrush-Ströme: Trafos, große Motoren, Schweißgeräte. Faustregel: wenn der Anlaufstrom unter 5×I_n bleibt, reicht B.
Welcher Leitungsschutzschalter zu welchem Querschnitt?
1,5 mm² Cu in B-Charakteristik bis B13 oder B16 (je nach Verlegeart), 2,5 mm² Cu bis B25, 4 mm² bis B32, 6 mm² bis B40 oder C32. Genau passt der Absicherungs-Rechner die Koordination nach DIN VDE 0100-430 (Bedingungen 1+2) — er prüft sowohl Überlastschutz als auch Kurzschluss-Auslösung.
Wie unterscheidet sich der LS vom Leistungsschalter?
LS: für Hausinstallation und kleines Gewerbe geprüft (DIN EN 60898-1, 6–10 kA Schaltvermögen, Nennströme bis 63 A). Leistungsschalter (DIN EN 60947-2): verstellbare Auslöser, 25–100 kA Schaltvermögen, Nennströme bis mehrere tausend A — Industrie und Hauptverteilung.
Siehe auch
Verwandte Begriffe im Lexikon.
LS-Charakteristik
Bezeichnet das Vielfache des Nennstroms, bei dem die magnetische Auslösung des LS insta…
Schmelzsicherung
Einmalig auslösendes Schutzelement, dessen Schmelzleiter bei Überstrom durchbrennt — be…
Schaltvermögen
Der maximale Kurzschlussstrom, den ein Schutzgerät einmal (I_cu) oder wiederholbar (I_c…
Abschaltbedingung
Forderung nach DIN VDE 0100-410, dass beim Erdschluss im TN-System die Schutzeinrichtun…
Selektivität
Eigenschaft hintereinander geschalteter Schutzorgane (Sicherungen, LS-Schalter), bei ei…
Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich
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