Elektroschutz-Komponenten
LS-Charakteristik
Auch bekannt als: Auslösecharakteristik, B-Charakteristik, C-Charakteristik, D-Charakteristik, Auslöse-Kennlinie
Kurzantwort
Bezeichnet den Bereich des Nennstrom-Vielfachen, in dem die magnetische Auslösung des LS greift — B (3–5×), C (5–10×), D (10–20×); ab dem oberen Wert löst er sicher unverzögert aus.
Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich
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Ausführliche Definition
Die Charakteristik betrifft nur den Magnetauslöser; die thermische Überlast-Erfassung ist bei B/C/D identisch. Jede Charakteristik ist ein Bereich: Unterhalb des unteren Werts darf der Magnetauslöser nicht ansprechen, ab dem oberen Wert muss er sicher unverzögert auslösen. B spricht schon ab dem Dreifachen an — passend für ohm'sche Lasten, deren Einschaltstrom kaum über dem Betriebsstrom liegt. C bleibt unterhalb des Fünffachen ruhig und ist für gemischte Lasten mit Vorschaltgeräten gedacht. D bleibt bis zum Zehnfachen ruhig und hält damit hohe Inrush-Ströme aus, wie sie Trafos und große Motoren beim Einschalten ziehen — sicher unverzögert löst D erst ab dem Zwanzigfachen aus. Zusätzlich gibt es K (herstellerspezifisch, meist rund 10–14× mit engerer Toleranz für Industrieanwendungen) und Z (2–3× für sensible Halbleiter und Elektronik). Die richtige Wahl hängt vom Lastcharakter ab — eine B-Charakteristik für eine Maschine mit hohem Anlaufstrom löst beim Einschalten aus; eine D-Charakteristik an einem Steckdosenkreis löst zwar nicht ungewollt aus, braucht aber für die schnelle Abschaltung den zwanzigfachen Nennstrom — bei langer Leitung oder kleinem Querschnitt wird die Abschaltbedingung dann womöglich nicht mehr erfüllt.
Anwendung in unseren Rechnern
Im Absicherungs-Rechner schlagen wir je nach Lastart — ohmsch, gemischt oder induktiv — automatisch eine passende Charakteristik vor. Im Komponenten-Katalog hat jede Charakteristik eine eigene Seitenreihe (B6 bis B32, C6 bis C40, D10 bis D32) mit einer Anwendungs-Matrix, die die Eignung je Einsatzfall zeigt.
Häufige Missverständnisse
Verwechslung mit dem Nennstrom: die Bezeichnung B16 gibt zwei Informationen — Charakteristik B + 16 A Nennstrom. Beide unabhängig wählbar. Ein anderer Fehler: D-Charakteristik universell verwenden mit der Annahme, sie löse nicht versehentlich aus. Bei kleinen Querschnitten kann die Schleifenimpedanz dann zu groß sein und im Erdschlussfall die geforderte Abschaltzeit nicht erreicht werden.
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Häufige Fragen
Fachliche Details zu dieser Berechnung
Was bedeuten B, C und D bei einem Leitungsschutzschalter genau?
Sie geben den Bereich des Nennstrom-Vielfachen an, in dem der Magnetauslöser öffnet. B steht für 3 bis 5 mal Nennstrom, C für 5 bis 10 mal, D für 10 bis 20 mal — unterhalb des unteren Werts löst er nicht unverzögert aus, ab dem oberen sicher. Bei langsamer Überlast reagieren alle drei identisch über den Bimetall-Auslöser.
Welche Charakteristik bei Wallbox, Wärmepumpe und Herd?
Wallbox 11 kW (ohm'sche Last, kein Anlaufstrom): B16. Wärmepumpe (Inverter mit Vorlade-Kondensator): C25. Elektroherd mit Induktion (cos φ 0,95): C25 reicht meist, weil der Vorlade-Strom kurz ist. Klassischer Resistiv-Heizherd: B25.
Können B-, C- und D-Charakteristik ausgetauscht werden?
Mechanisch ja, sie sind formgleich. Aber jeder Tausch ändert das Kurzschluss-Verhalten: ein B16 statt D16 schaltet bei kleineren Strömen schneller, löst aber bei Inrush-Lasten unzulässig aus. Vor dem Tausch: Schleifenimpedanz gegen magnetische Auslösegrenze prüfen.
Nächste Schritte
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Siehe auch
Verwandte Begriffe im Lexikon.
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