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Physikalische Größen

Durchgangswiderstand

Auch bekannt als: Übergangswiderstand, Kontaktwiderstand, niederohmige Durchgängigkeit

Symbol

R_K Ω (praktisch: mΩ)

Kurzantwort

Der ohmsche Widerstand einer leitenden Verbindung — etwa einer Klemmstelle, Steckverbindung oder eines durchgehenden Schutzleiters. Gemessen in Ohm, bei guten Verbindungen praktisch in Milliohm.

Grundlage: Kategorie: Physikalische Größen

Ausführliche Definition

Der Durchgangswiderstand beschreibt, wie niederohmig eine Verbindung tatsächlich ist: Kontaktflächen, Klemmstellen und Steckverbinder addieren zum reinen Leitungswiderstand einen Übergangsanteil, der mit Korrosion, Verschmutzung oder nachlassender Klemmkraft wächst. Die Einheit ist das Ohm; intakte Einzelverbindungen liegen im Milliohm-Bereich. Praktisch wichtig ist die Größe an zwei Stellen: Bei der Schutzleiterprüfung wird die niederohmige Durchgängigkeit vom PE-Anschluss bis zu jedem berührbaren Metallteil mit einem Prüfstrom von mindestens 200 mA gemessen — sie entscheidet, ob der Fehlerstrom im Ernstfall ungehindert abfließen kann. Und an Lastkontakten erzeugt jeder Milliohm bei hohen Strömen messbare Verlustwärme: 5 mΩ bei 32 A sind bereits gut 5 W an einer einzigen Klemmstelle.

Typische Werte und Bandbreite

Typischer Bereich wenige mΩ je Verbindung; Schutzleiterprüfung im Bereich < 1 Ω
Untergrenze ≈ 0 Ω (ideale Verbindung)
Obergrenze steigend bei Korrosion, losen Klemmen, Aderbruch

Anwendung in unseren Rechnern

Im Schleifenimpedanz-Rechner steckt der Durchgangswiderstand aller Klemmstellen implizit in der gemessenen bzw. angenommenen Z_s — eine korrodierte PE-Klemme erhöht die reale Schleifenimpedanz gegenüber dem reinen Leitungs-Rechenwert und kann die Abschaltbedingung kippen, obwohl die Rechnung auf dem Papier aufgeht.

Häufige Missverständnisse

Durchgangswiderstand und Isolationswiderstand werden gern verwechselt: Der eine soll möglichst klein sein (Verbindung leitet), der andere möglichst groß (Isolierung sperrt) — gemessen wird mit völlig unterschiedlichen Verfahren. Zweiter Fehler: Mit dem Multimeter im Ohm-Bereich »prüfen«. Dessen Messstrom ist zu klein, um schlechte Kontakte aufzudecken; die normgerechte Messung verlangt mindestens 200 mA Prüfstrom.

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination

In welcher Einheit wird der Durchgangswiderstand angegeben?
In Ohm — praktisch meist in Milliohm (mΩ), weil intakte Verbindungen weit unter 1 Ω liegen. Messgeräte für die Schutzleiterprüfung zeigen typisch mit einer Auflösung von 0,01 Ω an und arbeiten mit Prüfströmen ab 200 mA.
Welcher Durchgangswiderstand ist beim Schutzleiter zulässig?
Es gibt keinen pauschalen Norm-Grenzwert — bewertet wird, ob der Wert zu Leitungslänge und Querschnitt passt. Als Praxis-Anhalt gelten Werte deutlich unter 1 Ω; ein 2,5-mm²-Schutzleiter mit 20 m Länge sollte rechnerisch bei rund 0,15 Ω liegen. Auffällig höhere Messwerte deuten auf schlechte Klemmstellen.
Warum werden Klemmstellen mit hohem Übergangswiderstand heiß?
Die Verlustleistung an der Kontaktstelle wächst mit P = I² · R_K. Bei 32 A erzeugen schon 10 mΩ rund 10 W punktuelle Wärme — die Klemme altert, der Widerstand steigt weiter, ein selbstverstärkender Prozess, der bis zum Schmorbrand führen kann. Deshalb gehören Lastklemmen regelmäßig nachgeprüft.

Siehe auch

Verwandte Begriffe im Lexikon.

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