TGB Automation

Physikalische Größen

Schleifenimpedanz

Auch bekannt als: Z_s, Erdschluss-Schleife, Fehlerschleifenimpedanz

Symbol

Z_s Ω

Kurzantwort

Gesamtwiderstand der Stromschleife vom Versorger über den Außenleiter zum Fehlerort und über den Schutzleiter zurück — bestimmt, ob der LS bei Erdschluss schnell genug auslöst.

Grundlage: Kategorie: Physikalische Größen

Formel-Referenz

Ausführliche Definition

Die Schleifenimpedanz Z_s ist die Summe aller Widerstände auf dem Weg, den ein Erdschlussstrom durchläuft: Versorger-Innenwiderstand (Trafo + Hausanschlussleitung), Phasenleiter-Widerstand bis zum Fehler, und PE-Widerstand vom Fehler zurück zum Versorger-Sternpunkt. Im TN-System ist sie die zentrale Größe für den Fehlerschutz nach DIN VDE 0100-410: nur wenn Z_s klein genug ist, fließt beim Erdschluss ein Kurzschlussstrom, der groß genug ist, den Leitungsschutzschalter im unverzögerten Auslösebereich (< 0,1 s) zu durchschlagen. Reaktanz wird bei kleinen Querschnitten (≤ 16 mm²) vernachlässigt.

Typische Werte und Bandbreite

Typischer Bereich 0,5 – 3 Ω im Wohnungsbau
Untergrenze 0,1 Ω (Industrie nahe Trafo)
Obergrenze 8 Ω (lange Endstromkreise)

Anwendung in unseren Rechnern

Im Schleifenimpedanz-Rechner #5 ist Z_s die zentrale Output-Größe. Beispiel Wallbox 11 kW an B16 mit 2,5 mm² NYM-J: bei 25 m Zuleitung und 0,4 Ω Versorger-Impedanz ergibt sich Z_s ≈ 1,15 Ω. Maximal zulässig wären 2,3 Ω für 0,4 s Abschaltzeit — Reserve etwa 50 %.

Häufige Missverständnisse

Nicht zu verwechseln mit der reinen Versorger-Impedanz Z_v (nur der Trafo-Anteil). Auch nicht mit der Kurzschluss-Impedanz Z_k zwischen zwei Außenleitern (3-poliger Kurzschluss). Die Schleifenimpedanz bezieht sich immer auf den Pfad Außenleiter–Erde, der den PE-Leiter mit einbezieht.

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination

Wie unterscheidet sich Z_s von Z_v?
Z_v ist nur die Versorger-Vorimpedanz vom Trafo bis zum Hausanschluss (typisch 0,4 Ω). Z_s ist die Gesamtschleife einschließlich der eigenen Zuleitung mit Phase + PE — also Z_s = Z_v + R_phase·L + R_PE·L. Z_v ändert sich mit der Lage zum Trafo, Z_s zusätzlich mit der eigenen Leitungslänge.
Wie misst der Elektriker die Schleifenimpedanz?
Mit einem Schleifenimpedanz-Messgerät, das einen Prüfstrom über den PE einprägt und aus dem Spannungsabfall Z_s berechnet. Pflicht der Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600. Unser Rechner liefert die Auslegung — die Messung ersetzt er nicht.
Was passiert bei zu großer Schleifenimpedanz?
Der Kurzschlussstrom erreicht den unverzögerten LS-Auslösebereich nicht — der Schalter fällt auf thermische Auslösung mit 5–60 s Auslösezeit zurück. So lange kann am Metallteil gefährliche Spannung anstehen. Lösung: kürzere Leitung, größerer Querschnitt oder Verteilung näher zum Verbraucher.

Siehe auch

Verwandte Begriffe im Lexikon.

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