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Physikalische Größen

Leitungsquerschnitt

Auch bekannt als: Kabelquerschnitt, Leiterquerschnitt

Symbol

A mm²

Kurzantwort

Die Fläche des stromführenden Leiters im Kabel in mm² — maßgebend für Strombelastbarkeit und Spannungsfall, typisch 1,5 bis 50 mm².

Grundlage: Kategorie: Physikalische Größen

Formel-Referenz

Ausführliche Definition

Der Leitungsquerschnitt ist die Grundgröße der Kabelauswahl. Standardquerschnitte in Deutschland folgen der Reihe 1,5 – 2,5 – 4 – 6 – 10 – 16 – 25 – 35 – 50 – 70 – 95 – 120 mm² und darüber. Ein größerer Querschnitt hat einen geringeren Widerstand je Meter, verringert damit Spannungsfall und Verlustleistung und erhöht die Strombelastbarkeit. Gleichzeitig steigen Materialpreis und Leitungsgewicht mit der Querschnittsfläche. Die Dimensionierung erfolgt nach zwei Kriterien: thermische Belastbarkeit (Strombelastbarkeit I_z muss größer als der Betriebsstrom sein) und Spannungsfall-Grenze (typisch 3 bis 5 % nach DIN VDE 0100-520). Entscheidend ist das strengere der beiden Kriterien.

Typische Werte und Bandbreite

Typischer Bereich 1,5 bis 10 mm² in der Hausinstallation
Untergrenze 0,5 mm² bei Steuerleitungen
Obergrenze 240 mm² und mehr bei Hausanschlüssen oder Industrie

Interaktive Grafik

Kurve zeigt den Spannungsfall ΔU in % als Funktion des Leiterquerschnitts bei fester Länge und Last. Slider und Preset-Chips passen Länge, Strom und Stromart live an.

Spannungsfall gegen Querschnitt — größer leitet besser
Querschnitt 3 mm²ΔU = 2,26 %
Spannungsfall gegen Querschnitt — größer leitet besserΔU in Abhaengigkeit von Querschnitt, 9 Punkte.3 %-Grenze (Licht)1,5041025500,001,052,103,164,21Querschnitt [mm²]ΔU [%]3 mm² · 2,26 %
2,5 mm²
20 m
16 A

Beispiel: bei Querschnitt = 3 mm² ergibt sich ΔU = 2,26 %.

Der Spannungsfall sinkt umgekehrt proportional zum Querschnitt: doppelter Querschnitt, halber ΔU. Bei 16 A über 20 m liegt eine einphasige 2,5-mm²-Leitung über der 3-%-Marke und unterschreitet sie erst mit dickerem Querschnitt — 400-V-Drehstrom kommt dank des √3-Faktors früher darunter. Größerer Querschnitt kostet Material, spart aber dauerhaft Verlustleistung.

Anwendung in unseren Rechnern

Der Kabelquerschnitt-Rechner berechnet beide Kriterien und gibt den Mindestquerschnitt aus, der beide erfüllt. Bei kurzen Leitungen ist meist die Thermik entscheidend, bei langen Leitungen der Spannungsfall. Die Längenmatrix auf jeder Leaf-Seite zeigt exakt, ab welcher Länge welcher Querschnitt normgerecht ist.

Häufige Missverständnisse

Häufig wird der Kabelaußendurchmesser für den Leiterquerschnitt gehalten. Die Angabe NYM-J 5x2,5 mm² bedeutet fünf Adern mit je 2,5 mm² Leiterfläche — der Gesamtdurchmesser liegt bei rund 11 mm. Auch wird übersehen, dass bei PEN-Leitern (TN-C-System) der Schutzleiter mitbelastet wird und den Querschnitt mit bestimmt.

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination

Welche Querschnitte sind in Deutschland Standard?
Für Hausinstallation: 1,5 mm² (Licht), 2,5 mm² (Steckdosen), 4 und 6 mm² (starke Verbraucher, Herd), 10 und 16 mm² (Wallbox, Durchlauferhitzer). Darüber hinaus 25, 35, 50 mm² und mehr bei Hausanschlüssen und Unterverteilungen.
Kann ich statt 2,5 mm² auch 1,5 mm² verwenden, wenn die Sicherung 16 A ist?
Nein. 1,5 mm² Cu trägt bei der typischen Verlegeart B2 nur rund 13 A, eine 16-A-Sicherung würde den Leiter nicht mehr schützen. Die Sicherung muss kleiner oder gleich der Strombelastbarkeit des Leiters sein, sonst brennt der Leiter bei Überlast durch, bevor die Sicherung auslöst.
Lohnt sich der nächstgrößere Querschnitt?
Energetisch ja: Der Widerstand halbiert sich bei Verdoppelung des Querschnitts, die Verluste ebenso. Bei Dauerlasten wie Wärmepumpen rechnet sich der dickere Querschnitt über die Lebensdauer. Bei selten genutzten Geräten überwiegen die Materialmehrkosten.

Siehe auch

Verwandte Begriffe im Lexikon.

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