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Wallbox 11 kW vs 22 kW

Side-by-Side: Wallbox 11 kW gegen Wallbox 22 kW — Spec-Tabelle, Entscheidungs-Branches und FAQ in einer Antwort.

Welche Wallbox passt?

Wallbox 11 kW
Variante A
Wallbox 11 kW
Variante B
Wallbox 22 kW

Kurzantwort

Eine 11-kW-Wallbox ist meldepflichtig, aber nicht genehmigungspflichtig, kommt mit 2,5 mm² Cu / B16 / 16 A pro Phase aus und ist für ca. 95 % aller Heim-Anwendungen ausreichend. 22 kW ist genehmigungspflichtig durch den Netzbetreiber, braucht 6 mm² Cu / B32 / 32 A pro Phase und Material-Mehrkosten von rund 150 bis 250 EUR. Lohnt sich nur bei hohen täglichen Fahrleistungen oder mehreren Fahrzeugen am Lader.

Grundlage: DIN VDE 0100-722 · § 19 NAV

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →

Eigenschaftsvergleich

Direkte Gegenüberstellung der wichtigsten Eigenschaften. Cyan markierte Zeilen zeigen, wo sich beide Varianten signifikant unterscheiden.

Eigenschaft Wallbox 11 kW Wallbox 22 kW
Stromaufnahme pro Phase [A] 16 32
Empfohlener Querschnitt Cu [mm²] Auslegung nach Verlegeart B2 / 30 °C / 20 m 2,5 6
Leitungsschutz B16, 3-polig B32, 3-polig
Anmeldung beim Netzbetreiber § 19 NAV Meldepflicht Genehmigungspflicht
Material-Mehrkosten gegenüber 11 kW Markt 2026, NYM-J + Schutzelemente Referenz rund + 150 bis 250 EUR
Lade-Zeit für 50 kWh-Akku [Stunden] rund 4,5 rund 2,3
Maximale Belastbarkeit Heim-Anschluss in jedem Standard-Hausanschluss nur ab 50-A-Hausanschluss verlässlich
FI-Pflicht DIN VDE 0100-722 Typ A + RDC-DD oder Typ B Typ A + RDC-DD oder Typ B

Welche Variante passt zu meiner Anwendung?

Entscheidungs-Hilfe nach typischen Use-Cases. Bei Mischfällen die strengere Regel anwenden.

Welche Variante passt zu welchem Anwendungsfall?

  • Wallbox 11 kW

    Privater Anwender mit max. einem Fahrzeug, durchschnittlich 30 km pro Tag

    Bei 30 km pro Tag braucht man rund 6 kWh Strom — 11 kW lädt das in 35 Minuten. 22 kW bringt keinen Alltagsvorteil und erhöht nur die Material- und Genehmigungskosten.

  • Wallbox 22 kW

    Mehrere Fahrzeuge oder Pendler mit > 100 km täglicher Strecke

    Bei zwei Autos oder hohen Tagesstrecken wird die Lade-Zeit zum Engpass — 22 kW halbiert sie und entlastet die Lade-Logistik am Abend.

  • Wallbox 11 kW

    Hausanschluss-Leistung nicht eindeutig oder älterer Bestand

    11 kW läuft auf jedem Standard-Heimanschluss — 22 kW erfordert 50 A pro Phase Anschluss-Kapazität, was viele Bestandsbauten nicht ohne Verstärkung liefern.

  • Wallbox 22 kW

    Genehmigung durch Netzbetreiber liegt vor und Hausanschluss reicht

    Wenn alle Voraussetzungen geklärt sind, bringt 22 kW den Komfort halber Lade-Zeit — sinnvoll bei E-Auto als Hauptfahrzeug.

Worin unterscheiden sich die beiden in der Praxis?

Der praktische Unterschied zwischen Wallbox 11 kW und Wallbox 22 kW zeigt sich in der Spec-Tabelle oben am deutlichsten in den Cyan markierten Zeilen — dort weichen die Werte signifikant voneinander ab. Eine 11-kW-Wallbox ist meldepflichtig, aber nicht genehmigungspflichtig, kommt mit 2,5 mm² Cu / B16 / 16 A pro Phase aus und ist für ca. 95 % aller Heim-Anwendungen ausreichend. 22 kW ist genehmigungspflichtig durch den Netzbetreiber, braucht 6 mm² Cu / B32 / 32 A pro Phase und Material-Mehrkosten von rund 150 bis 250 EUR. Lohnt sich nur bei hohen täglichen Fahrleistungen oder mehreren Fahrzeugen am Lader.

Welche Norm regelt diesen Unterschied?

Wir referenzieren ausschließlich Norm-Nummern und thematische Titel — der Norm-Inhalt selbst bleibt urheberrechtlich beim VDE-Verlag und wird hier nicht reproduziert.

Nächste Schritte

Passende Folgeberechnungen für diese Parameter-Kombination.

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination

Reicht 11 kW für den Alltag?
In rund 95 % der Privat-Haushalte ja. 11 kW lädt 60 km Reichweite in 30 Minuten — bei einer durchschnittlichen Tagesstrecke von 38 km pro Pkw in Deutschland reicht eine Stunde Anschluss völlig. Nur Pendler mit langer Strecke oder Mehrfach-Fahrzeug-Haushalte profitieren spürbar von 22 kW.
Was bedeutet meldepflichtig vs genehmigungspflichtig genau?
11-kW-Anlagen muss man nach § 19 Niederspannungsanschluss-Verordnung dem Netzbetreiber lediglich melden — der Anschluss läuft, sobald die Meldung eingegangen ist. 22 kW ist explizit genehmigungspflichtig: der Netzbetreiber prüft die Anschluss-Kapazität und kann ablehnen, eine Drosselung verlangen oder Steuerungs-Anforderungen stellen.
Welcher FI-Typ ist Pflicht?
DIN VDE 0100-722 verlangt einen RCD vom Typ B oder einen Typ A mit zusätzlichem RDC-DD (Residual DC Detecting Device) — entweder im Stromkreis vorgelagert oder im Wallbox-Gehäuse integriert. Praxis: gängige Heim-Wallboxen ab 2019 haben oft einen RDC-DD verbaut, sodass ein Typ-A-FI im Stromkreis reicht. Datenblatt prüfen.
Wie groß ist der Material-Mehrpreis für 22 kW?
Bei 20 m Leitungslänge: 6 mm² NYM-J kostet rund 4 EUR/m statt 1,80 EUR/m für 2,5 mm² — Differenz rund 50 EUR. Plus B32 statt B16 (ca. 25 EUR mehr), plus eventuell größerer Hausanschluss-Verteiler (bis 200 EUR). Insgesamt 150 bis 250 EUR Mehrkosten gegenüber der 11-kW-Variante.
Was passiert bei Spannungsabfall auf langer Strecke?
Bei 22 kW über 20 m mit 6 mm² Cu liegt der Spannungsabfall bei rund 1,1 % — gut innerhalb des 5-%-Korridors nach DIN VDE 0100-520. Bei 11 kW über 20 m mit 2,5 mm² sind es rund 1,8 %, ebenfalls deutlich unter der Grenze. Erst bei längeren Strecken (40 m und mehr) wird der Querschnitt zur Vorgabe — dann lohnt es sich, in der Auslegung eine Stufe größer zu wählen.

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