FI Typ A vs Typ B
Side-by-Side: FI Typ A 30 mA gegen FI Typ B 30 mA — Spec-Tabelle, Entscheidungs-Branches und FAQ in einer Antwort.
Wann Typ A, wann Typ B?
Kurzantwort
Typ A erfasst Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme — er deckt klassische Hausinstallationen mit Steckdosen, Herd und Beleuchtung vollständig ab. Typ B kommt zusätzlich mit glatten Gleichfehlerströmen klar und ist Pflicht bei Wallboxen ohne integrierten DC-Schutz, 3-phasigen Wechselrichtern und industriellen Frequenzumrichtern.
Grundlage: DIN VDE 0100-722 · DIN EN 62423
Eigenschaftsvergleich
Direkte Gegenüberstellung der wichtigsten Eigenschaften. Cyan markierte Zeilen zeigen, wo sich beide Varianten signifikant unterscheiden.
| Eigenschaft | FI Typ A 30 mA | FI Typ B 30 mA |
|---|---|---|
| Erfasste Wellenformen | AC + pulsierende DC | AC + pulsierende DC + glatte DC |
| Glatter DC-Fehlerstrom (z. B. PV-Wechselrichter) Schwellwert nach DIN EN 62423 | nicht erfasst | erfasst bis ≥ 6 mA |
| Frequenzbereich | 50 / 60 Hz | 0 Hz bis ca. 1 kHz |
| Preis (1×30 mA, 4-polig) Marktpreise 2026, Markenfabrikate | ca. 30 bis 60 EUR | ca. 200 bis 400 EUR |
| Pflicht für Wallbox 11 / 22 kW DIN VDE 0100-722 | nur mit zusätzlichem DC-Schutz | ohne weitere Maßnahme |
| Pflicht für 3-phasige PV-Einspeisung | unzureichend | Standard |
| Nennfehlerstrom typisch Personenschutz nach DIN VDE 0100-410 | 30 mA | 30 mA |
| Bauform / Polzahl | 2- oder 4-polig | 2- oder 4-polig |
Welche Variante passt zu meiner Anwendung?
Entscheidungs-Hilfe nach typischen Use-Cases. Bei Mischfällen die strengere Regel anwenden.
Welche Variante passt zu welchem Anwendungsfall?
- FI Typ A 30 mA
Wallbox mit integriertem DC-Fehlerstrom-Schutz (z. B. RDC-DD)
Wallboxen mit RDC-DD (Residual Direct Current Detecting Device) übernehmen den DC-Anteil intern — Typ A am vorgelagerten Stromkreis ist ausreichend nach DIN VDE 0100-722.
- FI Typ B 30 mA
Wallbox ohne RDC-DD (Standard 11-kW-Geräte ohne DC-Funktion)
Ohne integrierten DC-Schutz fließt im Fehlerfall glatter Gleichstrom, der einen Typ-A-FI in Sättigung treibt und blockiert — Typ B ist Pflicht.
- FI Typ A 30 mA
Klassische Steckdosen-, Beleuchtungs- und Herd-Stromkreise
Diese Kreise erzeugen keine glatten DC-Fehlerströme — Typ A ist seit 2009 Mindestanforderung in Wohngebäuden und vollkommen ausreichend.
- FI Typ B 30 mA
3-phasiger PV-Wechselrichter ohne galvanische Trennung
Trafolose Wechselrichter koppeln im Fehlerfall einen DC-Anteil ein, der Typ A blockiert — Typ B ist Pflicht (oder Hersteller-Datenblatt prüfen).
Worin unterscheiden sich die beiden in der Praxis?
Der praktische Unterschied zwischen FI Typ A 30 mA und FI Typ B 30 mA zeigt sich in der Spec-Tabelle oben am deutlichsten in den Cyan markierten Zeilen — dort weichen die Werte signifikant voneinander ab. Typ A erfasst Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme — er deckt klassische Hausinstallationen mit Steckdosen, Herd und Beleuchtung vollständig ab. Typ B kommt zusätzlich mit glatten Gleichfehlerströmen klar und ist Pflicht bei Wallboxen ohne integrierten DC-Schutz, 3-phasigen Wechselrichtern und industriellen Frequenzumrichtern.
Welche Norm regelt diesen Unterschied?
Wir referenzieren ausschließlich Norm-Nummern und thematische Titel — der Norm-Inhalt selbst bleibt urheberrechtlich beim VDE-Verlag und wird hier nicht reproduziert.
Nächste Schritte
Passende Folgeberechnungen für diese Parameter-Kombination.
Häufige Fragen
Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination
Reicht ein Typ-A-FI für eine Wallbox?
Warum ist Typ B so viel teurer?
Kann ich Typ A und Typ B in einer Verteilung mischen?
Was passiert, wenn glatter DC-Fehlerstrom an einem Typ-A-FI fließt?
Fachbegriffe in diesem Text
Verwandte Berechnungen
Weitere Rechner-Seiten mit inhaltlichem Bezug zu dieser Berechnung.
Alle Rechner