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LS-Charakteristik C vs D

Side-by-Side: C-Charakteristik gegen D-Charakteristik — Spec-Tabelle, Entscheidungs-Branches und FAQ in einer Antwort.

Wann C, wann D?

Charakteristik C

Variante A
C-Charakteristik
Variante B
D-Charakteristik

Kurzantwort

Charakteristik C (Auslösebereich 5–10×I_n) passt für Wärmepumpen, Kleinmotoren und gemischte Lasten: Unter 5×I_n löst sie nicht unverzögert aus. Charakteristik D (10–20×I_n) wird nötig, wenn der Inrush-Strom regelmäßig über 5×I_n liegt — typisch bei Trafo-Stromkreisen, großen Drehstrommotoren ohne Sanftanlauf und Kondensatorbänken. D bleibt bis 10×I_n ruhig.

Grundlage: DIN EN 60898-1

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →

Eigenschaftsvergleich

Direkte Gegenüberstellung der wichtigsten Eigenschaften. Farbig markierte Zeilen zeigen, wo sich beide Varianten signifikant unterscheiden.

Eigenschaft C-Charakteristik D-Charakteristik
Magnetisches Auslöse-Verhältnis [× I_n] 5 bis 10 10 bis 20
Auslösestrom bei 16 A Nennstrom [A] 80 bis 160 160 bis 320
Typische Last Wärmepumpe, Kleinmotor Trafo, großer Motor
Anforderung an Schleifenimpedanz moderat streng — kürzere Leitungen
Verfügbarkeit am Markt alle Hersteller Industrie-Sortiment
Bemessungsschaltvermögen typisch 6 bis 10 kA 10 kA
Thermische Auslösung I²t-charakteristik identisch I²t-charakteristik identisch
Norm-Grundlage DIN EN 60898-1 DIN EN 60898-1

Wann braucht ein Motor oder Trafo die D-Charakteristik?

Entscheidungs-Hilfe nach typischen Use-Cases. Bei Mischfällen die strengere Regel anwenden.

Welche Variante passt zu welchem Anwendungsfall?

  • C-Charakteristik

    Inverter-Wärmepumpe oder Klimagerät bis 9 kW

    Inverter begrenzen den Einschaltstrom — C-Charakteristik fängt den Inrush problemlos, D wäre überdimensioniert und verschlechtert die Schleifenimpedanz-Anforderung.

  • D-Charakteristik

    Drehstrommotor ohne Sanftanlauf, Trafo-Stromkreis

    Direkter Stern-Anlauf erzeugt 7–10×I_n, Trafo-Inrush bis 12×I_n — nur D fängt das verlässlich ab.

  • D-Charakteristik

    Stromkreis mit Kondensatorbänken (Blindleistungs-Kompensation)

    Hochfrequente Lade-Spitzen erreichen kurzzeitig 12×I_n — C löst aus, D ist für Kompensations-Anlagen die übliche Wahl.

Beide Varianten im Handel

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Typische Komponenten für diese Berechnung, keine technische Empfehlung. Marke und Modell wählt die ausführende Fachkraft.

* Werbe-Link — wir erhalten beim Kauf eine Provision, für Sie ändert sich am Preis nichts. Preise und Lieferstatus laut Händler-Feed vom 01.10.2026 — maßgeblich ist der Preis im Shop.

Hintergrund und Normbezug Praxis-Unterschied und Norm-Liste

Unterschiede in der Praxis

Der praktische Unterschied zwischen C-Charakteristik und D-Charakteristik zeigt sich in der Spec-Tabelle oben am deutlichsten in den farbig markierten Zeilen — dort weichen die Werte signifikant voneinander ab. Charakteristik C (Auslösebereich 5–10×I_n) passt für Wärmepumpen, Kleinmotoren und gemischte Lasten: Unter 5×I_n löst sie nicht unverzögert aus. Charakteristik D (10–20×I_n) wird nötig, wenn der Inrush-Strom regelmäßig über 5×I_n liegt — typisch bei Trafo-Stromkreisen, großen Drehstrommotoren ohne Sanftanlauf und Kondensatorbänken. D bleibt bis 10×I_n ruhig.

Normative Grundlage

  • DIN EN 60898-1
  • DIN VDE 0100-430
  • DIN VDE 0100-410

Wir referenzieren ausschließlich Norm-Nummern und thematische Titel — der Norm-Inhalt selbst bleibt urheberrechtlich beim VDE-Verlag und wird hier nicht reproduziert.

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Berechnung

Warum reicht C nicht bei einem Trafo?
Beim Einschalten eines Niederspannungs-Trafos fließt für 1–2 Halbwellen der sogenannte Magnetisierungs-Inrush, der je nach Restmagnetismus 8 bis 12×I_n erreichen kann. C darf schon ab 5×I_n unverzögert auslösen und tut es spätestens bei 10×I_n — der LS fällt dann schon beim ersten Einschalten. D löst unterhalb von 10×I_n nicht unverzögert aus und verträgt einen Großteil dieser Spitzen; bei Inrush um 12×I_n hilft ein Einschaltstrombegrenzer.
Brauche ich für eine Wärmepumpe wirklich D?
Bei modernen Inverter-Wärmepumpen nicht. Der Inverter steuert den Verdichter weich an, der Einschaltstrom liegt typisch bei 2–4×I_n. C passt dann in der Regel. D wäre erst nötig bei Direktanlauf-Verdichtern älterer Bauart oder Wärmepumpen ohne Soft-Start.
Wie verschärft D die Schleifenimpedanz-Anforderung?
Die maximal zulässige Schleifenimpedanz Z_s muss eine Abschaltung innerhalb 0,4 s sicherstellen. Da D sicher erst ab 20×I_n unverzögert auslöst, muss der Fehlerstrom mindestens das 20-fache des Nennstroms erreichen — doppelt so viel wie bei C. Die zulässige Schleifenimpedanz halbiert sich damit, und nach Abzug der Vorimpedanz bleibt oft nur ein Bruchteil der Leitungslänge, die C erlaubt.
Welche Polzahl bei D-Charakteristik?
Bei 3-phasigen Motoren immer 3-polig oder 4-polig (mit N-Schaltung), damit alle Außenleiter gleichzeitig getrennt werden. 1-polige D-LS gibt es zwar, sind aber bei Drehstrommotoren ungeeignet — der Motor läuft auf zwei Phasen weiter und wird thermisch geschädigt.

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