TGB Automation

LS-Charakteristik C vs D

Side-by-Side: C-Charakteristik gegen D-Charakteristik — Spec-Tabelle, Entscheidungs-Branches und FAQ in einer Antwort.

Wann C, wann D?

Charakteristik C
Variante A
C-Charakteristik
Variante B
D-Charakteristik

Kurzantwort

Charakteristik C deckt 5–10×I_n ab und passt für Wärmepumpen, Kleinmotoren und gemischte Lasten. Charakteristik D (10–14×I_n) wird erst nötig, wenn der Inrush-Strom regelmäßig die 10×I_n-Grenze überschreitet — typisch bei Trafo-Stromkreisen, großen Drehstrommotoren ohne Sanftanlauf und Kondensatorbänken.

Grundlage: DIN EN 60898-1

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →

Eigenschaftsvergleich

Direkte Gegenüberstellung der wichtigsten Eigenschaften. Cyan markierte Zeilen zeigen, wo sich beide Varianten signifikant unterscheiden.

Eigenschaft C-Charakteristik D-Charakteristik
Magnetisches Auslöse-Verhältnis [× I_n] 5 bis 10 10 bis 14
Auslösestrom bei 16 A Nennstrom [A] 80 bis 160 160 bis 224
Typische Last Wärmepumpe, Kleinmotor Trafo, großer Motor
Anforderung an Schleifenimpedanz moderat streng — kürzere Leitungen
Verfügbarkeit am Markt alle Hersteller Industrie-Sortiment
Bemessungsschaltvermögen typisch 6 bis 10 kA 10 kA
Thermische Auslösung I²t-charakteristik identisch I²t-charakteristik identisch
Norm-Grundlage DIN EN 60898-1 DIN EN 60898-1

Welche Variante passt zu meiner Anwendung?

Entscheidungs-Hilfe nach typischen Use-Cases. Bei Mischfällen die strengere Regel anwenden.

Welche Variante passt zu welchem Anwendungsfall?

  • C-Charakteristik

    Inverter-Wärmepumpe oder Klimagerät bis 9 kW

    Inverter begrenzen den Einschaltstrom — C-Charakteristik fängt den Inrush problemlos, D wäre überdimensioniert und verschlechtert die Schleifenimpedanz-Anforderung.

  • D-Charakteristik

    Drehstrommotor ohne Sanftanlauf, Trafo-Stromkreis

    Direkter Stern-Anlauf erzeugt 7–10×I_n, Trafo-Inrush bis 12×I_n — nur D fängt das verlässlich ab.

  • D-Charakteristik

    Stromkreis mit Kondensatorbänken (Blindleistungs-Kompensation)

    Hochfrequente Lade-Spitzen erreichen kurzzeitig 12×I_n — C löst aus, D ist Standard für Kompensations-Anlagen.

Worin unterscheiden sich die beiden in der Praxis?

Der praktische Unterschied zwischen C-Charakteristik und D-Charakteristik zeigt sich in der Spec-Tabelle oben am deutlichsten in den Cyan markierten Zeilen — dort weichen die Werte signifikant voneinander ab. Charakteristik C deckt 5–10×I_n ab und passt für Wärmepumpen, Kleinmotoren und gemischte Lasten. Charakteristik D (10–14×I_n) wird erst nötig, wenn der Inrush-Strom regelmäßig die 10×I_n-Grenze überschreitet — typisch bei Trafo-Stromkreisen, großen Drehstrommotoren ohne Sanftanlauf und Kondensatorbänken.

Welche Norm regelt diesen Unterschied?

Wir referenzieren ausschließlich Norm-Nummern und thematische Titel — der Norm-Inhalt selbst bleibt urheberrechtlich beim VDE-Verlag und wird hier nicht reproduziert.

Nächste Schritte

Passende Folgeberechnungen für diese Parameter-Kombination.

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination

Warum reicht C nicht bei einem Trafo?
Beim Einschalten eines Niederspannungs-Trafos fließt für 1–2 Halbwellen der sogenannte Magnetisierungs-Inrush, der je nach Restmagnetismus 8 bis 12×I_n erreichen kann. C löst spätestens bei 10×I_n aus — der LS fällt zuverlässig schon beim ersten Einschalten. D mit 10–14×I_n verträgt das.
Brauche ich für eine Wärmepumpe wirklich D?
Bei modernen Inverter-Wärmepumpen nicht. Der Inverter steuert den Verdichter weich an, der Einschaltstrom liegt typisch bei 2–4×I_n. C reicht. D wäre erst nötig bei Direktanlauf-Verdichtern älterer Bauart oder Wärmepumpen ohne Soft-Start.
Wie verschärft D die Schleifenimpedanz-Anforderung?
Die maximal zulässige Schleifenimpedanz Z_s muss eine Abschaltung innerhalb 0,4 s sicherstellen. Da D erst bei 10–14×I_n auslöst, muss der Kurzschlussstrom mindestens das 14-fache des Nennstroms erreichen — das schränkt die zulässige Leitungslänge typisch auf 60–70 % der C-Charakteristik ein.
Welche Polzahl bei D-Charakteristik?
Bei 3-phasigen Motoren immer 3-polig oder 4-polig (mit N-Schaltung), damit alle Außenleiter gleichzeitig getrennt werden. 1-polige D-LS gibt es zwar, sind aber bei Drehstrommotoren ungeeignet — der Motor läuft auf zwei Phasen weiter und wird thermisch geschädigt.

Fachbegriffe in diesem Text

Verwandte Berechnungen

Weitere Rechner-Seiten mit inhaltlichem Bezug zu dieser Berechnung.