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LS-Charakteristik B vs C

Side-by-Side: B16 (Charakteristik B) gegen C16 (Charakteristik C) — Spec-Tabelle, Entscheidungs-Branches und FAQ in einer Antwort.

Wann B, wann C?

Charakteristik B

Variante A
B16 (Charakteristik B)
Variante B
C16 (Charakteristik C)

Kurzantwort

Charakteristik B löst magnetisch im Bereich 3–5×I_n aus und ist Standard für Steckdosen, Beleuchtung und Wallbox 11 kW. Charakteristik C (5–10×I_n) toleriert höhere Einschaltströme bei Wärmepumpen, Schaltnetzteilen und Leuchtstofflampen — wer keine harten Inrush-Ströme hat, fährt mit B günstiger und schneller bei Kurzschluss.

Grundlage: DIN EN 60898-1 · DIN VDE 0100-430

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →

Eigenschaftsvergleich

Direkte Gegenüberstellung der wichtigsten Eigenschaften. Farbig markierte Zeilen zeigen, wo sich beide Varianten signifikant unterscheiden.

Eigenschaft B16 (Charakteristik B) C16 (Charakteristik C)
Magnetisches Auslöse-Verhältnis [× I_n] Definition nach DIN EN 60898-1 3 bis 5 5 bis 10
Auslösestrom bei 16 A Nennstrom [A] 48 bis 80 80 bis 160
Typische Last Steckdosen, Beleuchtung Wärmepumpen, Schaltnetzteile
Verhalten bei Inrush-Strömen löst leicht aus toleriert moderaten Inrush
Schutzwirkung bei Kurzschluss schnellere Abschaltung verzögerte Abschaltung
Thermische Auslösung (Überlast) Bimetall-Auslöser, charakteristikunabhängig identisch identisch
Bemessungsschaltvermögen typisch 6 kA 6 kA
Norm-Grundlage DIN EN 60898-1 DIN EN 60898-1

Unterschied B16 und C16: Welcher Auslösestrom gilt?

Der magnetische Auslöser entscheidet über den Unterschied der Charakteristiken. Unterhalb der unteren Grenze darf der Schalter nicht unverzögert auslösen — Einschaltströme bis dahin sind unkritisch. Ab der oberen Grenze löst er sicher unverzögert aus; dazwischen hängt es vom Exemplar ab. Die Werte sind die Faktoren nach DIN EN 60898-1 (B: 3–5 · I_n, C: 5–10 · I_n), multipliziert mit dem Nennstrom. Für 16 A heißt das: B16 48–80 A, C16 80–160 A.

Magnetischer Auslösebereich je Nennstrom für die Charakteristiken B und C
Nennstrom I_n B: 3–5 · I_n C: 5–10 · I_n
6 A 18–30 A 30–60 A
10 A 30–50 A 50–100 A
13 A 39–65 A 65–130 A
16 A 48–80 A 80–160 A
20 A 60–100 A 100–200 A
25 A 75–125 A 125–250 A
32 A 96–160 A 160–320 A
40 A 120–200 A 200–400 A
50 A 150–250 A 250–500 A
63 A 189–315 A 315–630 A

Die Überlast-Auslösung (thermisch) ist bei allen Charakteristiken gleich; der Unterschied betrifft nur den Kurzschlussbereich. Welche Charakteristik die Abschaltbedingung erfüllt, hängt zusätzlich von der Schleifenimpedanz der Anlage ab.

Entscheidung nach Anwendung

Entscheidungs-Hilfe nach typischen Use-Cases. Bei Mischfällen die strengere Regel anwenden.

Welche Variante passt zu welchem Anwendungsfall?

  • B16 (Charakteristik B)

    Steckdosen-Endkreise oder Beleuchtung im Wohngebäude

    Ohm'sche Last ohne Einschaltstrom-Spitzen — B löst bei Kurzschluss am schnellsten ab und schützt das Kabel optimal.

  • B16 (Charakteristik B)

    Wallbox 11 kW (16 A Dauerlast)

    Lastcharakter ist ohmsch (Onboard-Charger mit PFC) — B16 ist hier die übliche Wahl; DIN VDE 0100-722 regelt für Ladepunkte vor allem den Fehlerstromschutz.

  • C16 (Charakteristik C)

    Wärmepumpe, Klimagerät mit Verdichter-Anlauf

    Anlaufstrom 4–8×I_n löst eine B-Charakteristik aus — C-Charakteristik fängt den Inrush ab, ohne dass der LS unnötig fällt.

  • C16 (Charakteristik C)

    Stromkreis mit vielen Schaltnetzteilen / LED-Trafos

    Einschalt-Spitze elektronischer Vorschaltgeräte erreicht 6–8×I_n für wenige ms — B-Auslösung kommt zu früh.

Beide Varianten im Handel

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Typische Komponenten für diese Berechnung, keine technische Empfehlung. Marke und Modell wählt die ausführende Fachkraft.

* Werbe-Link — wir erhalten beim Kauf eine Provision, für Sie ändert sich am Preis nichts. Preise und Lieferstatus laut Händler-Feed vom 01.10.2026 — maßgeblich ist der Preis im Shop.

Hintergrund und Normbezug Praxis-Unterschied und Norm-Liste

Unterschiede in der Praxis

Der praktische Unterschied zwischen B16 (Charakteristik B) und C16 (Charakteristik C) zeigt sich in der Spec-Tabelle oben am deutlichsten in den farbig markierten Zeilen — dort weichen die Werte signifikant voneinander ab. Charakteristik B löst magnetisch im Bereich 3–5×I_n aus und ist Standard für Steckdosen, Beleuchtung und Wallbox 11 kW. Charakteristik C (5–10×I_n) toleriert höhere Einschaltströme bei Wärmepumpen, Schaltnetzteilen und Leuchtstofflampen — wer keine harten Inrush-Ströme hat, fährt mit B günstiger und schneller bei Kurzschluss.

Normative Grundlage

  • DIN EN 60898-1
  • DIN VDE 0100-430
  • DIN VDE 0100-410

Wir referenzieren ausschließlich Norm-Nummern und thematische Titel — der Norm-Inhalt selbst bleibt urheberrechtlich beim VDE-Verlag und wird hier nicht reproduziert.

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Berechnung

Passt B16 zu einer Wallbox 11 kW?
Laut Berechnung ja: Die 11-kW-Wallbox zieht 16 A pro Phase als Dauerlast ohne nennenswerten Einschaltstrom, und B16 mit 2,5 mm² Cu ist die übliche Kombination. Die Abschaltbedingung nach DIN VDE 0100-410 hängt von der Schleifenimpedanz der Anlage ab und muss vor Ort gemessen werden.
Wann reicht B nicht aus und ich brauche C?
Sobald der Einschaltstrom-Peak deiner Last regelmäßig über 5×I_n geht — typisch bei Wärmepumpen-Verdichtern, Klimageräten, großen Schaltnetzteilen oder LED-Trafos in Anzahl. Wenn der B-LS bei Kaltstart auslöst, ohne dass eine echte Überlast vorliegt, ist C die richtige Antwort.
Wie viel langsamer schaltet C bei Kurzschluss ab?
Im Kurzschlussfall zwischen 5×I_n und 10×I_n löst die B-Charakteristik bereits aus, während C noch durchgehen lässt. Erst ab 10×I_n löst auch C aus. Bei einem Kabel mit 1,5 oder 2,5 mm² ist das relevant — bei 4 mm² und mehr fängt der Querschnitt selbst die kurze Verzögerung thermisch ab.
Kann ich B durch C austauschen, wenn der LS oft fällt?
Nur wenn die Auslösung wirklich vom Inrush kommt und nicht von einer echten Überlast. Erst die Stromaufnahme im Normalbetrieb prüfen (Pinzettenmessung). Liegt sie unter dem Nennstrom, ist C die richtige Antwort. Liegt sie nahe oder über I_n, dann ist der Querschnitt oder die Last das Problem — nicht die Charakteristik.
Beeinflusst die Charakteristik die Schleifenimpedanz-Anforderung?
Ja. Der maximal zulässige Schleifenwiderstand Z_s ist an den Auslösestrom innerhalb 0,4 s gekoppelt. Bei C16 (160 A) ist Z_s strenger als bei B16 (80 A). Wer von B auf C wechselt, muss die Abschaltbedingung neu prüfen — sonst droht ein Verstoß gegen DIN VDE 0100-410.

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