Leitermaterialien
H1Z2Z2-K
Auch bekannt als: Solarkabel, Solarleitung, PV-Kabel, PV1-F
Kurzantwort
Einadrige Solarleitung nach EN 50618 für die DC-Strangverkabelung zwischen PV-Modul und Wechselrichter — halogenfrei, UV- und ozonbeständig, 1500 V DC, 90 °C Leitertemperatur.
Grundlage: EN 50618, VDE 0295
Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich
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Ausführliche Definition
H1Z2Z2-K ist die normgerechte Bezeichnung für die einadrige PV-Strangleitung nach EN 50618. Der Buchstabencode beschreibt den Aufbau: H = harmonisierter Typ, 1 = 1500 V DC Nennspannung, Z2 = vernetzte Polyolefin-Isolierung (vergleichbar XLPE, aber halogenfrei), Z2 = vernetzter Polyolefin-Außenmantel, K = feindrähtige Cu-Litze (Klasse 5). Sie ist ausgelegt für 90 °C Dauer-Leitertemperatur, übersteht 120 °C kurzzeitig, ist UV-, ozon- und ammoniakbeständig sowie für Außenverlegung und Dauereinwirkung von Witterung zugelassen. Die ältere Bezeichnung PV1-F (TÜV-Standard) ist technisch sehr ähnlich, aber nicht durch eine harmonisierte EU-Norm abgedeckt — H1Z2Z2-K hat sich als Standard durchgesetzt. Werkseitig vorkonfektioniert mit MC4-Steckverbindern, oft auch als Doppelleitung mit Plus und Minus parallel ausgeliefert.
Typische Werte und Bandbreite
| Typischer Bereich | 4 mm² für Balkonkraftwerk-Stränge mit 9–13 A |
|---|---|
| Untergrenze | 1,5 mm² (Mindestquerschnitt nach EN 50618) |
| Obergrenze | 25 mm² (größter genormter Querschnitt am Markt) |
Anwendung in unseren Rechnern
Im Balkonkraftwerk-Rechner wird H1Z2Z2-K mit den vorgeschriebenen 90 °C Leitertemperatur gerechnet — die unter Sonneneinstrahlung erreichte Temperatur ist deutlich höher als die 70 °C bei PVC-Hausinstallation. Bei einem 400-W-Modul mit 12,9 A MPP-Strom und 10 m Strecke rechnet der Balkonkraftwerk-Rechner auf 4 mm² einen DC-Spannungsfall von 4,7 % — bezogen auf die niedrige MPP-Spannung von rund 31 V ist das viel, und damit deutlich über dem 3-%-Richtwert. Kurze Strecken sind bei DC-Kleinspannung entscheidend.
Häufige Missverständnisse
Häufiger Fehler: H07RN-F oder NYM-J statt H1Z2Z2-K für die DC-Strangleitung verwenden. NYM-J ist nicht UV-fest und versprödet im Freien innerhalb weniger Jahre, H07RN-F ist als Wechselstromleitung nur für 450/750 V geprüft, nicht für 1500 V DC. Ein anderer Fehler: einfache PV1-F-Imitate aus dem Baumarkt — ohne EN-50618-Zertifikat fehlen Halogenfreiheit, Brandverhalten und Langzeit-Witterungsbeständigkeit.
Passendes Material
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Häufige Fragen
Fachliche Details zu dieser Berechnung
Was bedeutet das K am Ende von H1Z2Z2-K?
K steht für feindrähtige Cu-Litze nach VDE 0295 Klasse 5 — Einzeldrähte ~0,21 mm, vielfach verseilt. Das macht die Leitung biegsam genug zum Fädeln durch Modulhalterungen und Kabelkanäle. Eindrähtige Versionen (Klasse 1/2) sind im PV-Bereich praktisch nicht im Umlauf.
Welcher Querschnitt für ein 800-W-Balkonkraftwerk?
4 mm² ist der Industrie-Standard für den typischen MPP-Strangstrom von rund 13 A eines 400-W-Moduls. Entscheidend ist die Länge: schon 10 m ergeben im Rechner 4,7 % Spannungsfall, weil die MPP-Spannung eines Einzelmoduls nur rund 31 V beträgt. Bei längeren Strecken (Wechselrichter im Keller, Modul auf dem Dach) oder zwei parallel geschalteten Modulen mit Y-Adapter wird auf 6 mm² aufgerüstet.
Darf H1Z2Z2-K im Erdreich verlegt werden?
Nein. H1Z2Z2-K ist für offene Verlegung im Freien, Modulgestelle, Kabelkanäle und Dachflächen zugelassen, aber nicht für direkte Erdverlegung. Bei Erdverlegung Pflicht: UV-festes Schutzrohr — oder Wechsel auf NYY-J 1×4 mm² einadrig.
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Siehe auch
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