Installationsmethoden
IT-System
Auch bekannt als: IT-Netz, isoliertes Netz, Isolationsüberwachung
Kurzantwort
Erdungssystem mit isolierter oder hochohmig geerdeter Stromquelle: Der erste Erdschluss führt nicht zur Abschaltung, sondern wird vom Isolationswächter gemeldet — die Anlage läuft weiter.
Grundlage: Kategorie: Installationsmethoden
Ausführliche Definition
Wie berechne ich die Abschaltbedingung beim ersten Fehler?
Beim ersten Erdschluss wird nicht abgeschaltet, sondern gemeldet. Bedingung dafür ist, dass der Reststrom am Erdungswiderstand keine gefährliche Berührungsspannung erzeugt: RA · Id ≤ 50 V. Umgestellt ergibt das den größten zulässigen Erdungswiderstand.
| Reststrom Id | max. RA für 50 V | Praxis-Einordnung |
|---|---|---|
| 5 mA | 10.000 Ω | kleines IT-Netz mit kurzen Leitungen |
| 30 mA | 1.667 Ω | typische Anlagengröße mit einigen Abgängen |
| 100 mA | 500 Ω | ausgedehntes Netz, viele Filter-Ableitkapazitäten |
| 300 mA | 167 Ω | sehr ausgedehnt — Isolationswächter meldet früher |
| 1.000 mA | 50 Ω | rechnerische Obergrenze, praktisch kaum erreicht |
Ein üblicher Anlagenerder von 2 bis 10 Ω hält die Bedingung damit rechnerisch mit großem Abstand ein — beim ersten Fehler entscheidet nicht der Erder, sondern dass der Isolationswächter die Meldung zuverlässig absetzt. Kritisch wird erst der zweite Fehler.
Welche Schleifenimpedanz darf mein IT-Netz beim zweiten Fehler haben?
Der zweite Erdschluss an einem anderen Außenleiter schließt einen echten Kurzschlusskreis — jetzt muss abgeschaltet werden. Die Schleife läuft über zwei Stromkreise, deshalb steht in der Bedingung Zs ≤ √3 · U0 / (2 · Ia) der Faktor 2. Ist der Neutralleiter mitgeführt, sinkt die treibende Spannung von der Außenleiter- auf die Sternspannung, und der Grenzwert wird noch enger.
| Schutzeinrichtung | Ia | IT ohne N | IT mit verteiltem N | TN zum Vergleich |
|---|---|---|---|---|
| B16 | 100 A | 1,99 Ω | 1,15 Ω | 2,30 Ω |
| B20 | 125 A | 1,59 Ω | 0,92 Ω | 1,84 Ω |
| B25 | 156 A | 1,27 Ω | 0,74 Ω | 1,47 Ω |
| B32 | 200 A | 1,00 Ω | 0,57 Ω | 1,15 Ω |
| C16 | 200 A | 1,00 Ω | 0,57 Ω | 1,15 Ω |
| C20 | 250 A | 0,80 Ω | 0,46 Ω | 0,92 Ω |
| C32 | 400 A | 0,50 Ω | 0,29 Ω | 0,57 Ω |
Gerechnet mit U0 = 230 V und dem oberen magnetischen Auslösestrom der Charakteristik zuzüglich 25 % Streuband-Reserve — derselbe Ia, den unser Schleifenimpedanz-Rechner für TN-Netze ansetzt. Die IT-Werte gelten unter der Annahme zweier gleichartiger, gleich langer Abgänge; liegen die Fehlerorte in unterschiedlich langen Stromkreisen, verteilt sich die zulässige Impedanz entsprechend anders. Schutzkonzept in Anlehnung an DIN VDE 0100-410 — die Bewertung einer konkreten Anlage gehört in die Hand einer Elektrofachkraft mit Messgerät.
Typische Werte und Bandbreite
| Typischer Bereich | OP-Säle, Intensivstationen, Prozessindustrie |
|---|
Anwendung in unseren Rechnern
Häufige Missverständnisse
Häufige Fragen
Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination
Warum schaltet das IT-System beim ersten Fehler nicht ab?
Was passiert beim zweiten Erdschluss im IT-System?
Wie rechnet man die Abschaltbedingung im IT-Netz nach?
Wo ist das IT-System vorgeschrieben oder üblich?
Siehe auch
Verwandte Begriffe im Lexikon.