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Installationsmethoden

TT-System

Auch bekannt als: TT-Netz, TT-Erdung

Kurzantwort

Erdungssystem, in dem die Stromquelle und die Körper der Verbraucher jeweils über eigene, voneinander unabhängige Erder geerdet sind — der Fehlerstrom fließt über das Erdreich zurück.

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →

Wie ist ein TT-System aufgebaut?

Schaltbild TT-System: Trafo-Sternpunkt über den Betriebserder R_B geerdet, Gerätegehäuse über einen eigenen Anlagenerder R_A, Fehlerstrom-Rückweg über das Erdreich
TT-System: Betriebserder R_B am Trafo, eigener Anlagenerder R_A am Gerät, kein durchgehender Schutzleiter. Der Fehlerstrom muss durch beide Erdungswiderstände — deshalb übernimmt in der Regel der RCD die Abschaltung. Eigene Darstellung; Schutzprinzip in Anlehnung an DIN VDE 0100-410. Grafik: TGB Automation, frei nutzbar unter CC BY 4.0.

Welcher Erdungswiderstand ist im TT-Netz zulässig?

Im TT-Netz schaltet der RCD ab, nicht der Leitungsschutzschalter. Damit bis dahin keine gefährliche Berührungsspannung stehen bleibt, gilt RA · IΔn ≤ 50 V. Umgestellt ergibt das den größten zulässigen Widerstand des Anlagenerders RA = 50 V / IΔn — er hängt allein am Nennfehlerstrom des RCD.

RCD IΔn max. RA für 50 V Typischer Einsatz
30 mA 1.667 Ω Personenschutz, Steckdosen-Endkreise
100 mA 500 Ω selten genutzte Zwischenstufe
300 mA 167 Ω Brandschutz, vorgeschaltete Stufe
500 mA 100 Ω reiner Anlagenschutz ohne Steckdosen

Zwei Erder sind dabei auseinanderzuhalten: RA ist der Anlagenerder des Gebäudes samt Schutzleiter bis zum Gehäuse — nur er steht in der Bedingung. RB ist der Betriebserder am Sternpunkt des Netztransformators, den der Netzbetreiber stellt. Beide liegen im Fehlerfall in Reihe und begrenzen den Fehlerstrom auf wenige Ampere, was für einen Leitungsschutzschalter zu wenig ist.

Die Werte sind rechnerische Obergrenzen. Feuchte, Frost und Korrosion lassen den Erdungswiderstand im Jahresverlauf schwanken, deshalb wird in der Praxis mit deutlichem Abstand geplant. Schutzprinzip in Anlehnung an DIN VDE 0100-410; ob eine Anlage die Bedingung einhält, zeigt erst die Messung durch eine Elektrofachkraft.

Ausführliche Definition

Im TT-System (Terre-Terre) wird der Trafo-Sternpunkt netzseitig geerdet, die Verbraucheranlage bekommt aber einen eigenen Anlagenerder — es gibt keinen durchgehenden Schutzleiter bis zur Quelle. Ein Erdschluss muss deshalb über zwei Erdungswiderstände in Serie zurückfließen: den Anlagenerder und den Betriebserder des Netzes. Diese Schleife ist um Größenordnungen hochohmiger als im TN-System, der Fehlerstrom bleibt entsprechend klein und reicht in der Regel nicht aus, um einen Leitungsschutzschalter im unverzögerten Bereich auszulösen. Das zentrale Schutzelement ist daher der RCD, der bereits bei Differenzströmen von 30 bis 300 mA abschaltet. TT-Netze sind in Teilen Frankreichs, Spaniens und in einzelnen deutschen Netzgebieten üblich.

Typische Werte und Bandbreite

Typischer Bereich R_A ≤ 50 V / I_Δn: 1.667 Ω bei 30 mA, 167 Ω bei 300 mA

Anwendung in unseren Rechnern

Unser Schleifenimpedanz-Rechner rechnet mit dem TN-System der typischen deutschen Hausinstallation. In einem TT-System wäre dieselbe Z_s-Rechnung nicht zielführend — dort weist man die Abschaltung über die RCD-Bedingung R_A · I_Δn ≤ 50 V nach, also über den Anlagenerder-Widerstand statt über die Leitungsimpedanz.

Häufige Missverständnisse

Häufiger Irrtum: ein RCD mache aus jedem Netz ein TT-System. Die Netzform wird vom Netzbetreiber und der Erdungs-Architektur bestimmt, nicht vom verbauten Schutzgerät — ein TN-C-S-Netz mit RCD bleibt ein TN-Netz. Umgekehrt ist im echten TT-System der RCD keine Komfort-Ergänzung, sondern die Grundvoraussetzung des Fehlerschutzes.

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Typische Komponenten für diese Berechnung, keine technische Empfehlung. Marke und Modell wählt die ausführende Fachkraft.

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Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Berechnung

Woran erkenne ich ein TT-System?
Am Hausanschluss kommt kein PEN- oder PE-Leiter vom Netz an — der Schutzleiter der Anlage endet am eigenen Erder (Fundament- oder Tiefenerder). Verlässlich klärt das nur der Netzbetreiber oder eine Elektrofachkraft mit Blick in den Hausanschlusskasten.
Warum löst der LS-Schalter im TT-System beim Erdschluss nicht aus?
Der Fehlerstrom muss durch zwei Erdungswiderstände in Serie — typisch sind dabei mehrere Ohm bis einige zehn Ohm. Bei 230 V ergeben sich dann nur wenige Ampere Fehlerstrom, weit unter dem unverzögerten Auslösebereich eines B16 (80 A). Deshalb übernimmt der RCD die Abschaltung.

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