TGB Automation

Fehlerstromschutzschalter Typ B+, 30 mA, 4-polig

Eingruppierung, Anwendungs-Eignung, Hersteller-Modelle und Norm-Referenzen für Typ B+ 30 mA 4P — auf einen Blick.

Nennfehlerstrom

30 mA
RCD-Typ
B+
Polzahl
4-polig
Schutzziel
Personenschutz nach DIN VDE 0100-410

Kurzantwort

Typ B+ 30 mA 4P: Fehlerstromschutzschalter mit 30 mA Nennfehlerstrom und alle Wellenformen bis 20 kHz-Erkennung. Eingesetzt als Personenschutz nach DIN VDE 0100-410 bei EV-Schnellladung und industrielle Wechselrichter mit hochfrequenten Anteilen.

Grundlage: DIN EN 61008-1 · DIN VDE 0100-722

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →

Wann passt Typ B+ 30 mA 4P?

Eignung dieser Komponente für typische Anwendungsfälle. Pflicht- und Empfohlen- Einstufungen folgen den einschlägigen DIN-VDE-Vorgaben, kompatible Anwendungen sind technisch möglich aber nicht optimal.

Anwendung Eignung Begründung
Wallbox 22 kW (3-phasig, schnell) Pflicht Hochfrequente Anteile aus EV-Schnellladung erfordern erweiterten Frequenzbereich.
EV-DC-Schnellladestation (Heimanwendung) Pflicht B+ ist Pflicht für DC-Schnellladung mit komplexen Frequenzkomponenten.
Industrieller Frequenzumrichter mit hoher Schaltfrequenz Empfohlen FU mit > 10 kHz-Schaltfrequenz erzeugt entsprechende Fehlerstrom-Komponenten.
Wallbox 11 kW (klassisch) Kompatibel Typ B reicht — B+ überdimensioniert für 11 kW (kostet doppelt).
Standard-Endsteckdose Wohnen Ungeeignet Massiv überteuert — Typ A 30 mA reicht völlig.
Beleuchtungskreis Ungeeignet Komplett überdimensioniert für ohm'sche Lasten.

Die Eignungs-Stufen folgen den DIN-VDE-Vorgaben und Praxis-Empfehlungen — sie ersetzen keine konkrete Anlagen-Auslegung durch eine Elektrofachkraft.

Technische Daten

RCD-Typ B+ (alle Wellenformen bis 20 kHz)
Nennfehlerstrom I∆n 30 mA
Polzahl 4 polig
Nennbetriebsstrom 40 A
Schutzziel Personenschutz nach DIN VDE 0100-410
Übliche Querschnitte 4 / 6 mm² Cu

Modelle gängiger Hersteller

Eine Auswahl marktüblicher Modelle mit Bezugsquellen bzw. öffentlichen Hersteller-Datenblättern. Keine Empfehlung, keine vergleichende Wertung — die Daten dienen der eigenen technischen Auswahl.

Hersteller Serie Typnummer Bezug / Datenblatt
Hager CDA-Reihe Typ B+ CDA440BC Datenblatt suchen →
ABB System pro M compact F200 F204B+ 40/0,03 Bei Conrad ansehen → *
Doepke DFS 4 B NK DFS 4 040-4/0,03-B NK Datenblatt suchen →

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Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination

Was bedeutet B+ bei einem FI-Schutzschalter genau?
Der B+-Typ beschreibt, welche Fehlerstrom-Wellenformen der FI sicher erkennt — alle Wellenformen bis 20 kHz. In Deutschland sind seit 2009 Typ-AC-FIs in Wohngebäuden nicht mehr zulässig, mindestens Typ A ist Pflicht. Typ B/B+ wird Pflicht, sobald glatter DC-Fehlerstrom auftreten kann.
Wann reicht Typ B+ und wann brauche ich einen anderen Typ?
Typ B+ erfasst alle Wellenformen bis 20 kHz. In Anwendungen mit glatten DC-Anteilen (3-phasige Wechselrichter, Wallbox ohne integrierten DC-Schutz) reicht Typ A nicht — dort ist Typ B oder B+ Pflicht. Für reine Sinus-Wechselstromkreise wäre Typ A günstiger und ausreichend.
Wann ist Typ B+ 30 mA 4P ungeeignet?
Typ B+ 30 mA 4P ist nicht die richtige Wahl bei Standard-Endsteckdose Wohnen und Beleuchtungskreis. Die genauen Begründungen stehen in der Eignungs-Tabelle weiter oben — sie folgen entweder normativen Vorgaben oder technischen Grenzen der Komponente.
Welche Normen regeln Typ B+ 30 mA 4P?
Typ B+ 30 mA 4P ist nach DIN EN 61008-1, DIN VDE 0100-722 geprüft. Die Normen definieren Auslöseverhalten, Schaltvermögen, Prüfklassen und Kennzeichnung — alle marktüblichen Modelle der drei Hersteller in der Tabelle oben erfüllen diese Anforderungen.

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