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Smart-Home-Ratgeber

PV-Überschussladen: Ab wie viel Überschuss lohnt es — und was misst der Pro 3EM?

Kurzantwort

Die Kernzahl vorweg: Eine Wallbox lädt frühestens ab 6 A Ladestrom — einphasig entspricht das 1.380 W, dreiphasig 4.140 W freiem PV-Überschuss. Liegt weniger an, kann keine Regelung der Welt reines Überschussladen starten. Der Shelly Pro 3EM liefert dafür die Messbasis: Er misst alle drei Phasen samt Richtung am Hausanschluss und meldet den saldierten Überschuss an die Laderegelung. Er regelt selbst nichts — das übernimmt die Wallbox oder ein Energiemanagement.

Grundlage: Redaktioneller Ratgeber · führt zu den passenden Rechnern der Smart-Home-Sparte

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Warum sind 1.380 W die Schwelle beim einphasigen Laden?

Der Ladestandard IEC 61851 legt 6 A als kleinsten Ladestrom fest, den eine Wallbox dem Fahrzeug signalisieren kann. Einphasig sind das 6 A × 230 V = 1.380 W; dreiphasig das Dreifache, 4.140 W. Dazwischen liegt die bekannte Umschalt-Lücke: Wer dreiphasig angeschlossen hat, aber nur 2 bis 4 kW Überschuss erntet, lädt entweder gar nicht oder muss auf eine Phase umschalten. Wallboxen mit automatischer 1/3-Phasen-Umschaltung schließen genau diese Lücke.

Für die Praxis heißt das: Ein kleines Dach mit 3 bis 4 kWp deckt einphasiges Überschussladen an sonnigen Tagen gut ab; für regelmäßiges dreiphasiges Laden über 4,1 kW Überschuss braucht es entsprechend mehr PV-Leistung — abzüglich der Grundlast des Hauses, die typisch 200 bis 500 W dauerhaft bindet.

Was macht der Shelly Pro 3EM — und was macht er nicht?

Der Pro 3EM ist ein Hutschienen-Energiemessgerät (rund eine Teilungseinheit, aus der Gehäusebreite von 19 mm abgeleitet): Drei Stromwandler-Klemmen bis 120 A je Phase werden am Hausanschluss um die Außenleiter gelegt, das Gerät misst Wirkleistung, Richtung und Energie je Phase und stellt die Werte lokal per HTTP/MQTT bereit. Damit sehen Energiemanagement-Systeme oder die Wallbox-Integration sekündlich, ob das Haus gerade einspeist — also Überschuss vorhanden ist — oder bezieht.

Was er nicht tut: schalten oder regeln. Der Pro 3EM hat kein Lastrelais — die Laderegelung übernimmt die Wallbox selbst oder ein Energiemanagement, das die Messwerte ausliest und den Ladestrom in 1-A-Schritten nachführt (je Ampere einphasig 230 W, dreiphasig 690 W Stellweite). Auch die Montage der Wandlerklemmen am Hausanschluss gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.

Saldierend oder phasengenau — welcher Überschuss zählt?

Haushaltszähler in Deutschland saldieren über die drei Phasen: Speist L2 mit 2 kW ein, während L1 1 kW bezieht, zählt der Zähler 1 kW Einspeisung. Für das Überschussladen folgt daraus etwas Praktisches: Eine einphasig ladende Wallbox auf L1 kann bilanziell komplett PV-gedeckt laden, obwohl L1 physisch mehr bezieht, als die PV auf dieser Phase liefert — der Zähler verrechnet es. Die Laderegelung sollte deshalb mit dem saldierten Summenwert arbeiten, nicht mit der Einzelphase.

Genau dafür ist die 3-Phasen-Messung gedacht: Sie liefert beide Sichten — Summe fürs Laden, Einzelphasen fürs Erkennen von Schieflast oder falsch geklemmten Wandlern.

Welche Schwellen und welche Hysterese verhindern das Takten?

Wolken machen den Überschuss unruhig: Wer die Wallbox exakt bei 1.380 W starten und stoppen lässt, erzeugt an wechselhaften Tagen Dutzende Ladezyklen pro Stunde. Üblich sind deshalb drei Stellschrauben: eine Startschwelle oberhalb des Minimums (etwa 1.500 bis 1.700 W Überschuss einphasig, damit nach Ladebeginn Reserve bleibt), eine Stopp-Verzögerung von einigen Minuten (kurze Wolke ≠ Ladeabbruch) und eine Mindest-Lade-/Pausendauer, die dem Fahrzeug häufige Start-Stopp-Wechsel erspart. Diese Werte sind Praxis-Richtwerte der gängigen Energiemanagement-Systeme, keine Normvorgaben — entscheidend ist, dass Start- und Stoppbedingung nicht auf demselben Wert liegen.

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Berechnung

Reicht ein Balkonkraftwerk für PV-Überschussladen?
Für die Wallbox nicht: 800 W AC-Einspeiseleistung liegen deutlich unter den 1.380 W Mindest-Ladeleistung, die einphasiges Laden nach dem 6-A-Minimum erfordert. Sinnvoll nutzbar ist Balkonkraftwerk-Überschuss für kleinere schaltbare Lasten — einen Zwischenstecker-Verbraucher oder die Grundlast des Hauses.
Brauche ich zwingend die 3-Phasen-Messung?
Sobald saldierend geregelt werden soll oder die Wallbox dreiphasig lädt, ja — sonst fehlt der Regelung die halbe Bilanz. Nur bei komplett einphasigen Kleinanlagen reicht ein Ein-Phasen-Energiemesser an der richtigen Stelle.
Kann der Pro 3EM einen Heizstab direkt takten?
Nicht selbst — er misst nur. Die verbreitete Kombination: Der Pro 3EM liefert den Überschuss-Messwert, ein Energiemanagement entscheidet, und ein Schaltaktor mit potenzialfreien Kontakten (etwa ein Shelly Pro 3 an einem dreiphasigen Heizstab) führt aus. Für gleitende Leistungsanpassung statt hartem Takten braucht der Heizstab einen eigenen Leistungssteller.

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Redaktioneller Ratgeber, zuletzt aktualisiert am 2026-09-04. Orientierungshilfe ohne Gewähr; konkrete Auslegung mit den verlinkten Rechnern prüfen.