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Schleifenimpedanz-Grenzwerte Tabelle: B16 = 2,88 Ω

Maximal zulässige Schleifenimpedanz Z_s,max (oft auch Grenzwert für den Schleifenwiderstand genannt) für alle gängigen Leitungsschutzschalter der Charakteristiken B, C und D von 6 bis 63 A — hergeleitet aus der Abschaltbedingung im TN-System nach DIN VDE 0100-410.

Z_s,max für B16 (I_a = 80 A)

2,88 Ω

C16
1,44 Ω
D16
0,72 Ω
B32
1,44 Ω
B16 Planung (× 0,9)
2,59 Ω

Kurzantwort

Für einen B16-Leitungsschutzschalter darf die Schleifenimpedanz höchstens 2,88 Ω betragen: Der magnetische Auslösestrom liegt bei 5 × 16 A = 80 A, und 230 V / 80 A ergeben 2,88 Ω. Die C-Charakteristik halbiert den Grenzwert, die D-Charakteristik viertelt ihn. Für die Planung mit Spannungsfaktor 0,9 ergibt sich 2,59 Ω — diesen Wert rechnet der Schleifenimpedanz-Rechner.

Grundlage: Abschaltbedingung im TN-System: I_a · Z_s ≤ U_0

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →

Welcher Z_s-Grenzwert gilt für meinen LS-Schalter?

Die Tabelle zeigt Z_s,max für jede Kombination aus Nennstrom und Charakteristik. Suchen Sie die Zeile mit dem Nennstrom Ihres Automaten (die Zahl auf dem Kipphebel) und die Spalte mit dem Buchstaben davor. Der gemessene oder berechnete Wert Ihres Stromkreises muss unter dem Tabellenwert liegen, damit der LS im Fehlerfall laut Berechnung magnetisch (unverzögert) auslöst.

I_n B (I_a = 5×I_n) C (I_a = 10×I_n) D (I_a = 20×I_n)
6 A 7,67 Ω 3,83 Ω 1,92 Ω
10 A 4,60 Ω 2,30 Ω 1,15 Ω
13 A 3,54 Ω 1,77 Ω 0,88 Ω
16 A 2,88 Ω 1,44 Ω 0,72 Ω
20 A 2,30 Ω 1,15 Ω 0,57 Ω
25 A 1,84 Ω 0,92 Ω 0,46 Ω
32 A 1,44 Ω 0,72 Ω 0,36 Ω
40 A 1,15 Ω 0,57 Ω 0,29 Ω
50 A 0,92 Ω 0,46 Ω 0,23 Ω
63 A 0,73 Ω 0,37 Ω 0,18 Ω

Alle Werte eigene Berechnung aus U_0 = 230 V geteilt durch den magnetischen Auslösestrom I_a = k · I_n; die Faktoren k (B: 5×, C: 10×, D: 20×) sind die oberen Auslöseschwellen der Charakteristiken nach DIN EN 60898-1, gerundet auf 0,01 Ω. Hervorgehoben: 16-A-Zeile als häufigster Fall im Endstromkreis. Der Schleifenimpedanz-Rechner plant mit denselben Auslöseströmen, multipliziert die Tabellenwerte aber mit dem Spannungsfaktor 0,9 für die untere Netzspannung (B16: 2,59 Ω) und rechnet die Leiter bei 80 °C.

Berechnungsgrundlage

Z_{s,max}
höchstzulässige Schleifenimpedanz (Ω)
U_0
Spannung Außenleiter gegen Erde (V)
I_a
Auslösestrom für sofortige magnetische Abschaltung (A)
k
Charakteristik-Faktor (B: 5, C: 10, D: 20)
I_n
Nennstrom des Leitungsschutzschalters (A)

Wie viel Reserve braucht der Messwert zum Grenzwert?

Der rechnerische Grenzwert ist eine Obergrenze, kein Zielwert. Zwei Effekte verschieben die reale Schleife nach oben: Die Messung findet am kalten Netz statt, im Betrieb steigt der Leiterwiderstand mit der Temperatur um rund 20 bis 24 % (Kupfer von 20 auf 70 bis 80 °C), und jedes Prüfgerät bringt eine Betriebsmessabweichung mit. In der Praxis hat sich deshalb ein Richtwert von höchstens 80 % des Tabellenwerts für den Messwert etabliert:

LS Z_s,max (berechnet) Richtwert Messung (80 %)
B10 4,60 Ω 3,68 Ω
B13 3,54 Ω 2,83 Ω
B16 2,88 Ω 2,30 Ω
B20 2,30 Ω 1,84 Ω
B32 1,44 Ω 1,15 Ω
C16 1,44 Ω 1,15 Ω
C20 1,15 Ω 0,92 Ω

Der 80-%-Richtwert ist eine verbreitete Praxis-Konvention für die Erstprüfung, keine feste Norm-Vorgabe — je nach Prüfgerät und Messverfahren kann die angemessene Reserve abweichen. Die Bewertung der Messergebnisse gehört zur Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 und liegt bei der ausführenden Elektrofachkraft.

Was tun, wenn die gemessene Schleifenimpedanz zu hoch ist?

Liegt der Messwert über dem Grenzwert (oder näher als die Reserve), gibt es vier typische Stellschrauben — welche im konkreten Fall zulässig und sinnvoll ist, entscheidet die Elektrofachkraft:

  • Querschnitt erhöhen: Ein Schritt von 1,5 auf 2,5 mm² senkt den Leitungsanteil der Schleife um rund 40 % — bei langen Zuleitungen der wirksamste Hebel.
  • Charakteristik B statt C wählen: Das verdoppelt den zulässigen Grenzwert (B16: 2,88 Ω statt C16: 1,44 Ω). Voraussetzung ist, dass die Last keine hohen Einschaltströme zieht, die den B-Automaten fälschlich auslösen würden.
  • Fehlerschutz über RCD 30 mA: Der FI schaltet bereits bei Milliampere-Fehlerströmen ab und erfüllt die Abschaltbedingung auch bei hoher Schleifenimpedanz. Der Kurzschlussschutz der Leitung bleibt separat zu prüfen.
  • Verbindungen prüfen: Ein unerwartet hoher Messwert deutet oft auf lose Klemmen, korrodierte PE-Verbindungen oder vergessene Brücken hin — die Ursache suchen lohnt, bevor neu dimensioniert wird.

Wie stark Querschnitt und Länge die Schleife treiben, zeigt der Schleifenimpedanz-Rechner mit Längen-Matrix pro Anwendung.

Warum hat der C16 nur den halben Grenzwert des B16?

Weil der Grenzwert direkt am magnetischen Auslösestrom hängt: Ein C-Automat darf unterhalb des 5-fachen Nennstroms nicht sofort auslösen und löst erst ab I_a = 10 × I_n sicher sofort aus — der B-Typ darf ab dem 3-fachen auslösen und tut es sicher ab 5 × I_n. Der doppelte Auslösestrom halbiert nach Z_s,max = U_0 / I_a den zulässigen Schleifenwert. Das ist der versteckte Preis der C-Charakteristik: Sie verträgt Motoranlauf und Trafo-Einschaltstrom, verlangt dafür aber eine niederohmigere Fehlerschleife — bei langen Leitungen wird das schneller zum begrenzenden Faktor als die Strombelastbarkeit.

Normative Grundlagen

Die Abschaltbedingung I_a · Z_s ≤ U_0 und die geforderten Abschaltzeiten (0,4 s im Endstromkreis, 5 s im Verteilungsstromkreis) definiert DIN VDE 0100-410. Die Auslösecharakteristiken der Leitungsschutzschalter beschreibt DIN EN 60898-1; die Messung der Schleifenimpedanz gehört zur Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600. Diese Seite reproduziert keine Norm-Tabellen — alle Werte sind aus der Formel Z_s,max = U_0 / I_a mit den öffentlichen Charakteristik-Faktoren berechnet.

Messtechnik für die Schleifenimpedanz-Prüfung

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Typische Komponenten für diese Berechnung, keine technische Empfehlung. Marke und Modell wählt die ausführende Fachkraft.

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Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Berechnung

Welche Schleifenimpedanz darf ein B16-Stromkreis höchstens haben?
Rechnerisch 2,88 Ω: Der B16 löst magnetisch spätestens bei 5 × 16 A = 80 A aus, und 230 V geteilt durch 80 A ergeben 2,88 Ω. Bei der Planung rechnet unser Rechner zusätzlich mit dem Spannungsfaktor 0,9 für die untere Netzspannung und kommt so auf 2,59 Ω. Für die Messung im fertigen Stromkreis ist ein Richtwert von etwa 2,30 Ω (20 % Reserve) üblich, weil der kalt gemessene Leiter im Betrieb wärmer wird und das Prüfgerät eine Messabweichung hat.
Gilt derselbe Grenzwert für die 0,4-s- und die 5-s-Abschaltung?
Bei Leitungsschutzschaltern ja: Wird mit dem magnetischen Sofortauslöser I_a gerechnet, löst der LS in deutlich unter 0,1 s aus — damit sind sowohl die 0,4 s für Endstromkreise als auch die 5 s für Verteilungsstromkreise abgedeckt. Unterschiedliche Grenzwerte je Abschaltzeit entstehen erst bei Schmelzsicherungen, deren Auslösestrom zeitabhängig ist.
Kann ein FI-Schutzschalter helfen, wenn die Schleifenimpedanz zu hoch ist?
Ein RCD 30 mA kann die Abschaltbedingung als Fehlerschutz erfüllen, denn sein Auslösestrom ist um Größenordnungen kleiner — rechnerisch wären dafür mehrere tausend Ohm zulässig. Der Kurzschlussschutz der Leitung bleibt davon unberührt und muss weiterhin über den LS funktionieren. Ob diese Lösung im konkreten Fall zulässig ist, muss eine Elektrofachkraft anhand der Anlage beurteilen.
Warum weicht mein Messwert von der Berechnung ab?
Der Rechner nimmt ungünstige Bedingungen an (warme Leiter bei 80 °C, Netzspannung am unteren Toleranzrand, obere Auslöseschwelle des LS) und setzt für die Vorimpedanz einen Schätzwert an. Die Messung findet dagegen am kalten Leiter und am realen Netz statt und unterliegt der Betriebsmessabweichung des Prüfgeräts. Ein gemessener Wert unter dem berechneten ist deshalb normal — kritisch wird es, wenn die Messung dem Grenzwert näher als etwa 20 % kommt.

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