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Leitungsschutz für Kleinmotor / Kompressor: C6

Welcher Leitungsschutzschalter für Kleinmotor oder Kompressor (ca. 3 kW, dreiphasig)? Koordinationsprüfung gegen NYM-J 5×2,5 mm² nach DIN VDE 0100-430. I_B = 5,09 A · I_z = 20,2 A · Drehstrom 400 V

Empfohlener Nennstrom I_n (C-Charakteristik)

6 A

Laut Berechnung erfüllt C6 beide Überlast-Bedingungen — 85 % Auslastung bei 5,09 A Betriebsstrom und 14,2 A Reserve bis zur Belastbarkeit der Leitung

Auslösebereich
30–60 A
Auslastung I_B / I_n
85 %
Reserve bis I_z
14,2 A
Koordination
Erfüllt

Kurzantwort

Für Kleinmotor oder Kompressor (ca. 3 kW, dreiphasig) auf NYM-J 5×2,5 mm² ergibt die Rechnung einen C6 Leitungsschutzschalter. Die Überlast-Bedingungen der DIN VDE 0100-430 sind laut Berechnung erfüllt, bei 30 °C Umgebung und ohne Häufung mit anderen Stromkreisen: I_B = 5,09 A, I_n = 6 A, I_z = 20,2 A. Auslastung 85 Prozent.

Grundlage: DIN VDE 0100-430 Bedingungen 1+2, IEC 60898-1 Auslösekennlinien

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →

Stückliste zu dieser Berechnung

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Typische Komponenten für diese Berechnung, keine technische Empfehlung. Marke und Modell wählt die ausführende Fachkraft.

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Koordination von LS-Schalter und Kabel

Drei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Leitung und Leitungsschutzschalter zusammen gegen Überlast schützen: I_B ≤ I_n (Last unter Nennstrom), I_n ≤ I_z (Schalter schützt Leitung), I_2 ≤ 1,45 · I_z (großer Prüfstrom unter thermischer Grenze). Für diese Kombination (5,09 A Betriebsstrom, C6 LS, 20,2 A Leitungsbelastbarkeit):

Bedingung Wert Grenze Status
Bedingung 1: I_B ≤ I_n
Betriebsstrom unter Nennstrom
5,09 A 6 A erfüllt
Bedingung 2a: I_n ≤ I_z
Nennstrom unter Leitungsbelastbarkeit
6 A 20,2 A erfüllt
Bedingung 2b: I_2 ≤ 1,45 · I_z
Großer Prüfstrom (1,45·I_n) unter thermischer Grenze
8,7 A 29,3 A erfüllt

Bedingung 2b ist für Leitungsschutzschalter nach IEC 60898-1 automatisch erfüllt, wenn 2a erfüllt ist (I_2 = 1,45 · I_n). Sie wird für Transparenz explizit mitgeprüft, relevant wird sie bei Schmelzsicherungen gL/gG.

Eigene Werte durchrechnen

Betriebsstrom, Leitungsbelastbarkeit und Lastcharakter lassen sich hier frei ändern — die Koordinationsprüfung nach DIN VDE 0100-430 läuft sofort neu.

Eigene Werte einsetzen: Betriebsstrom, Leitung und Charakteristik

Welche Absicherung für meine Anwendung? Charakteristik und Nennstrom nach DIN VDE 0100-430 (Überlast-Check) und IEC 60898-1 (Auslösebereiche).

Schnell-Modus: typische Anwendung wählen, Querschnitt anpassen.

Standard für Kleinmotor / Kompressor: 2,5 mm² (NYM-J 5×2,5 mm²).

Empfohlener Leitungsschutzschalter

C6
Erfüllt
Charakteristik
C (5–10·I_n)
Betriebsstrom I_B
5,1 A
Nennstrom I_n
6 A
Leitung I_z (2,5 mm²)
20,2 A
Auslösebereich I_a
30–60 A
Auslastung
85 %

I_z gilt für 30 °C Umgebung und einen einzeln verlegten Stromkreis. Wärmere Umgebung oder Häufung senken I_z; der Kurzschluss- und Fehlerschutz (Schleifenimpedanz) ist separat zu prüfen.

DIN VDE 0100-430 Prüfung
erfüllt I_B ≤ I_n (5,1 A ≤ 6 A)
erfüllt I_n ≤ I_z (6 ≤ 20,2 A)
erfüllt I_2 ≤ 1,45·I_z (8,7 ≤ 29,3 A)

Welche Charakteristik (B/C/D) passt für Kleinmotor / Kompressor?

Leitungsschutzschalter nach IEC 60898-1 gibt es in den Charakteristiken B, C und D. Sie unterscheiden sich im Kurzschluss-Auslösebereich. Für diese Anwendung (gemischte Last mit moderaten Einschaltströmen):

Charakteristik Auslösebereich Typische Anwendung Eignung
B 3–5 · I_n Ohm'sche Lasten, Haushaltskreise (Licht, Steckdosen, Herd)
Ungeeignet
Zu empfindlich — darf schon ab 3 mal I_n auslösen, also beim Einschalten
C Empfohlen 5–10 · I_n Gemischte Lasten, Wärmepumpen, Kleinmotoren, Leuchtstofflampen
Optimal
Optimal — löst unterhalb von 5 mal I_n nicht unverzögert aus
D 10–20 · I_n Hohe Einschaltströme — Trafos, große Maschinen mit Anlaufstrom
Zulässig
Zulässig, aber unnötig unempfindlich — kleinere zulässige Schleifenimpedanz

Welcher Nennstrom passt für Kleinmotor / Kompressor?

Was passiert, wenn ich den LS-Schalter eine Stufe kleiner oder größer wähle? Die Tabelle zeigt die Koordinations-Prüfung für die 3 Nennströme rund um den empfohlenen Wert von 6 A — bei gleicher Leitung (NYM-J 5×2,5 mm², I_z = 20,2 A):

I_n Auslösebereich Auslastung B1 · B2a · B2b Urteil
C6
Empfohlen
30–60 A 85 % B1 erfüllt B2a erfüllt B2b erfüllt Erfüllt
C10 50–100 A 51 % B1 erfüllt B2a erfüllt B2b erfüllt Erfüllt
C13 65–130 A 39 % B1 erfüllt B2a erfüllt B2b erfüllt Erfüllt

Die drei Badges B1/B2a/B2b entsprechen den Bedingungen 1, 2a, 2b nach DIN VDE 0100-430. Eine Stufe größer: der LS-Schalter schützt die Leitung nicht mehr (Bedingung 2a). Eine Stufe kleiner: der Schalter löst bereits bei Normallast aus (Bedingung 1).

Überlast- und Kurzschlussschutz der Leitung

Ein kleiner Drehstrommotor oder Kompressor mit 3 kW zieht bei cos φ 0,85 rund 5,1 A je Außenleiter (ohne Motorwirkungsgrad gerechnet — die Typenschild-Angabe liegt meist etwas höher), beim direkten Anlauf jedoch kurzzeitig das Fünf- bis Achtfache. Die C-Charakteristik ist die Standardempfehlung: Ein C-Automat darf unterhalb des Fünffachen seines Nennstroms nicht unverzögert auslösen, ein B-Automat schon ab dem Dreifachen. Rechnerisch genügt C6; liegt der Anlaufstrom über dem Fünffachen von 6 A (30 A), kann C6 beim Kaltstart auslösen — dann ist C10 mit derselben Leitung die übliche Wahl, oder ein Motorschutzschalter mit einstellbarem Überlastauslöser.

Der Lastcharakter ist eine gemischte Last mit moderaten Einschaltströmen — daraus folgt die Empfehlung für C-Charakteristik (Auslösebereich 5 bis 10 mal I_n, gemischte Lasten). Der Auslösebereich des C6 liegt zwischen 30 A und 60 A (5- bis 10-facher Nennstrom): Unterhalb von 30 A löst der Schalter nicht unverzögert aus — Einschaltströme bis dahin sind unkritisch —, ab 60 A löst er sicher unverzögert aus. Dazwischen hängt es vom einzelnen Exemplar ab. Im Überlastbereich darunter wirkt die thermische Auslösung nach der Strom-Zeit-Kennlinie des Schalters.

Koordinationsprüfung nach DIN VDE 0100-430: Bedingung 1 (I_B 5,09 A kleiner-gleich I_n 6 A) ist erfüllt. Bedingung 2a (I_n 6 A kleiner-gleich I_z 20,2 A) ist erfüllt. Bedingung 2b (I_2 gleich 1,45 mal I_n 8,7 A kleiner-gleich 1,45 mal I_z 29,3 A) ist erfüllt. Das Verhältnis I_B/I_n liegt bei 85 Prozent; die verbleibende Reserve der Leitung beträgt 14,2 A bis zur berechneten Belastbarkeit. Diese Belastbarkeit gilt bei 30 °C Umgebung und ohne Häufung mit anderen Stromkreisen — liegt die Leitung in wärmerer Umgebung oder im Bündel mit weiteren belasteten Kreisen, sinkt I_z, und die Prüfung muss mit dem verminderten Wert wiederholt werden.

Die Überlast-Bedingungen sind laut Berechnung mit Reserve erfüllt: Die Leitung hat 14,2 A thermische Reserve, der LS-Schalter ist zu 85 Prozent ausgelastet. Den Kurzschluss- und Fehlerschutz (Schleifenimpedanz) prüft dieser Rechner nicht — er ist die dritte, separate Bedingung.

Rechenweg, Annahmen und Normbezug Diagramm, Eingangswerte, Formeln, Normen
Auslastung des LS-Schalters nach Nennstromstufe (Kleinmotor / Kompressor)
Auslastung des LS-Schalters nach Nennstromstufe (Kleinmotor / Kompressor) Auslastung in Abhängigkeit von Nennstrom I_n. 7 Datenpunkte. 95 % Reserve-Grenze 100 % Bedingung 1 6,00 11,2 16,4 21,6 26,8 32,0 0,00 37,5 75,0 113 150 Nennstrom I_n [A] Auslastung [%]

Auslastung I_B/I_n für verschiedene Standard-Nennströme. Punkte in Rot: Bedingung 1 (I_B ≤ I_n) oder 2a (I_n ≤ I_z) verletzt. Gelb: Bedingungen erfüllt, aber ≥ 95 Prozent ausgelastet. Grün: erfüllt mit Reserve. Empfohlen ist C6 bei 85 Prozent Auslastung.

Eingangswerte und Ergebnisse

Anwendung Kleinmotor oder Kompressor (ca. 3 kW, dreiphasig)
Lastcharakter gemischte Last mit moderaten Einschaltströmen
Betriebsstrom I_B 5,09 A
Nennspannung 400 V
Stromart Drehstrom 400 V
Leistungsfaktor cos φ 0,85
Leitung NYM-J 5×2,5 mm²
Leitungsbelastbarkeit I_z 20,2 A
Empfohlene Charakteristik C
Empfohlener Nennstrom I_n 6 A
Auslösebereich I_a 30–60 A
Großer Prüfstrom I_2 (1,45·I_n) 8,7 A
Auslastung I_B / I_n 85 %

Grundlage: DIN VDE 0100-430 (Koordinationsregel), IEC 60898-1 (Charakteristik-Definitionen).

Koordinationsregel nach DIN VDE 0100-430

I_B
Betriebsstrom der Last (A)
I_n
Nennstrom des Schutzorgans (A)
I_z
Strombelastbarkeit der Leitung (A)
I_2
Großer Prüfstrom des Schutzorgans (LS: 1,45·I_n) (A)

Auslösebereich der Charakteristik

I_a
Unverzögerter Kurzschluss-Auslösestrom (A)
k
Faktor: B = 3–5, C = 5–10, D = 10–20; unterhalb des unteren Werts keine unverzögerte Auslösung, ab dem oberen sicher
I_n
Nennstrom des LS-Schalters (A)

Normative Grundlagen

  • DIN VDE 0100-430 — Errichtung von Niederspannungsanlagen: Schutz bei Überstrom
  • IEC 60898-1 — Elektrisches Installationsmaterial: Leitungsschutzschalter für Haushalt und ähnliche Zwecke
  • EN 60898-1 — Europäische Fassung der IEC 60898-1
  • DIN VDE 0100-410 — Schutz gegen elektrischen Schlag (Abschaltbedingungen, nicht Teil dieses Rechners)

Dieser Rechner deckt die Überlast-Koordination (Bedingungen 1 und 2 der DIN VDE 0100-430) ab. Der Kurzschluss-Check (Bedingung 3: I_k,min ≥ I_a) ist nicht Teil der Berechnung und muss für die konkrete Anlage separat mit der Netzimpedanz des Hausanschlusses geprüft werden.

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Berechnung

Welcher Leitungsschutzschalter für Kleinmotor / Kompressor?
Empfohlen ist ein C6 Leitungsschutzschalter: Charakteristik C wegen gemischte Last mit moderaten Einschaltströmen, Nennstrom 6 A ist die nächste Standardstufe oberhalb des Betriebsstroms 5,09 A.
Warum C und nicht D?
Die Charakteristik C löst unterhalb von 30 A nicht unverzögert aus und ab 60 A sicher unverzögert. Bei Kleinmotor / Kompressor ist das sinnvoll, weil moderate Einschaltströme typisch sind; ein B-Automat darf schon ab dem Dreifachen seines Nennstroms unverzögert auslösen und könnte beim Einschalten fehlauslösen.
Ist die Kombination nach DIN VDE 0100-430 zulässig?
Laut Berechnung ja — bei 30 °C Umgebung und ohne Häufung mit anderen Stromkreisen. Für den Überlastschutz verlangt die Norm I_B ≤ I_n, I_n ≤ I_z und I_2 ≤ 1,45 mal I_z. Für diese Kombination (5,09 A Betriebsstrom, C6 LS, 20,2 A Leitungsbelastbarkeit bei NYM-J 5×2,5 mm²) ergibt sich: Bedingung 1 erfüllt, Bedingung 2a erfüllt, Bedingung 2b erfüllt. Kurzschluss- und Fehlerschutz sind damit noch nicht nachgewiesen.
Was passiert bei Überlast?
Im Überlastbereich (Strom oberhalb I_n, aber unterhalb von 30 A, wo die unverzögerte Auslösung beginnen kann) löst der Leitungsschutzschalter zeitverzögert über den Bimetall-Auslöser aus — je größer der Überstrom, desto schneller. Beim großen Prüfstrom I_2 = 8,7 A (1,45 mal I_n) löst er spätestens innerhalb der konventionellen Zeit aus: 1 Stunde bei Nennströmen bis 63 A.
Kann ich eine Stufe größer absichern?
Nur wenn die Leitung das trägt. Die nächste Stufe C10 wäre mit dieser Leitung ebenfalls koordiniert (10 A ≤ 20,2 A Belastbarkeit) und lässt Reserve für lange Volllast. Faustregel: der Leitungsschutzschalter schützt die Leitung, nicht umgekehrt — und eine größere Stufe verlangt im Fehlerfall einen höheren Fehlerstrom, also eine kleinere Schleifenimpedanz.
Unterschied B, C und D?
Alle drei Charakteristiken sind nach IEC 60898-1 definiert und unterscheiden sich im Bereich der unverzögerten Auslösung: B zwischen 3 und 5 mal I_n (Haushalt), C zwischen 5 und 10 mal I_n (gemischte Lasten, kleinere Motoren), D zwischen 10 und 20 mal I_n (Trafos, große Maschinen mit Anlaufstrom). Die untere Zahl ist die Grenze, bis zu der der Schalter nicht unverzögert auslösen darf, die obere der Strom, ab dem er sicher unverzögert auslöst. Im Überlastbereich darunter verhalten sie sich nahezu identisch.

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