Wallbox 11 kW Anschluss komplett — Querschnitt, Absicherung, FI Typ B
Drehstrom-Wallbox an 16 A — vollständige Berechnung mit Querschnitt, Absicherung und FI-Typ B.
Empfohlener Querschnitt
Kurzantwort
Für die Wallbox 11 kW reichen 2,5 mm² Cu (NYM-J 5×2,5) bei 20 m Zuleitung. Spannungsabfall 1,18 %, Absicherung B16 und FI Typ B 30 mA — alle DIN-VDE-Bedingungen erfüllt.
Grundlage: Berechnung nach DIN VDE 0100-410, -430 und -520 sowie DIN EN 60898-1.
Berechnungen im Detail für Wallbox 11 kW
Passende Folgeberechnungen für diese Parameter-Kombination.
Wie schließe ich Wallbox 11 kW richtig an?
Sechs aufeinander aufbauende Berechnungen — vom Querschnitt nach Strombelastbarkeit über Spannungsabfall und Leitungsschutz bis zur Abschaltbedingung im Erdschluss-Fall. Jeder Schritt verlinkt auf den Single-Rechner mit Längen-Matrix und Detail-Berechnung.
- Schritt 1
Querschnitt nach Strombelastbarkeit dimensionieren
19,5 A Belastbarkeit 2,5 mm² Cu in B2 bei 30 °CBei 16 A Betriebsstrom und Verlegeart B2 (Installationsrohr unter Putz) liefert die Wärmebilanz des 2,5 mm² Cu-Leiters eine maximale Dauerbelastbarkeit von 19,5 A. Damit ist der Querschnitt thermisch ausreichend dimensioniert — die Auslastung liegt bei rund 82 Prozent.
Kabelquerschnitt-Berechnung im Detail - Schritt 2
Spannungsabfall auf der Zuleitung prüfen
1,18 % Spannungsabfall auf 20 mAuf 20 m einfacher Leitungslänge fällt bei 16 A und 2,5 mm² Cu ein Spannungsabfall von 4,74 V an — das sind 1,18 Prozent der Nennspannung. Damit liegt die Installation innerhalb der 5-Prozent-Empfehlung der DIN VDE 0100-520 für Endstromkreise.
Spannungsabfall-Berechnung im Detail - Schritt 3
Leitungsschutz-Koordination wählen
B16 Leitungsschutzschalter B-CharakteristikFür 16 A Betriebsstrom liegt der nächstgrößere Standard-Nennstrom bei 16 A. Empfohlene Charakteristik: B. Die Auslastung des Schutzorgans beträgt 100 Prozent, die Reserve zur Leitungsbelastbarkeit liegt bei 3,5 A. Bedingungen 1+2 nach DIN VDE 0100-430 sind erfüllt.
Leitungsschutz-Koordination im Detail - Schritt 4
Schleifenimpedanz für Abschaltbedingung verifizieren
0,753 Ω Schleifenimpedanz Z_s bei 20 mMit 20 m Zuleitung, 2,5 mm² Cu und 0,4 Ω angenommener Versorger-Impedanz beträgt die Schleifenimpedanz Z_s = 0,753 Ω. Der zu erwartende Kurzschlussstrom liegt bei 305 A — Abschaltbedingung im Schutzziel 0,4 s erfüllt, Reserve 67 Prozent zur maximal zulässigen Z_s.
Schleifenimpedanz-Berechnung im Detail - Schritt 5
Verlustleistung der Zuleitung im Dauerbetrieb
75,8 W Verlustleistung bei 16 A DauerstromDer reine ohmsche Schleifenwiderstand der 2,5 mm² Cu-Leitung beträgt bei 70 °C Leitertemperatur R = 0,342 Ω auf 20 m. Mit 16 A Dauerstrom ergibt sich eine Verlustleistung von 75,8 W. Über das Jahr (8.760 Stunden) sind das bei voller Nutzung rund 0,7 kWh Wärmeverlust auf der Zuleitung selbst.
Leitungswiderstand-Berechnung im Detail - Schritt 6
FI-Schutzschalter-Typ wählen — DC-Fehlerströme beachten
Typ B 30 mA Pflicht-FI bei DC-Fehlerstrom-RisikoWallbox 11 kW kann bei interner Wechselrichter-Elektronik glatte DC-Fehlerströme erzeugen. FI Typ A erkennt diese nicht und kann verzögert oder gar nicht auslösen. Pflicht ist daher ein FI Typ B (oder Typ B+) mit 30 mA Auslösestrom für den Personenschutz, sofern die Wallbox keine eigene DC-Fehlerstrom-Erkennung mitbringt. Bemessungsstrom des FI: nächstgrößere Stufe über dem LS, also typisch 40 A bei B16 / 40 A bei B32.
FI Typ B Datenblatt-Vergleich
Was brauche ich konkret für Wallbox 11 kW?
Komponenten und Mengen für die elektrische Anbindung der Wallbox 11 kW nach den oben berechneten Werten. Cross-Links führen zum Komponenten-Katalog mit Hersteller-Datenblättern.
| Position | Menge | Hinweis |
|---|---|---|
| Leitungsschutzschalter B16, 3-polig | 1 Stk | Phasenstrom 16 A, ohm'scher Lastcharakter |
| Fehlerstromschutzschalter Typ B, 30 mA, 40 A 4-polig | 1 Stk | Pflicht bei Wallbox ohne integrierte DC-Fehlerstrom-Erkennung |
| NYM-J 5×2,5 mm² Cu | 25 m | Verlegung Verlegeart B2 (Installationsrohr unter Putz) |
| Wandhalterung / Verschraubung | 1 Stk | — |
| Aderendhülsen 2,5 mm² isoliert | 10 Stk | — |
Mengenangaben sind Richtwerte für eine typische Installation. Der tatsächliche Bedarf hängt von Trassenführung, Verteilerstandort und installationsspezifischen Anforderungen ab und muss von einer eingetragenen Elektrofachkraft vor Ort geprüft werden.
Eingangswerte und Konstanten
| Anwendung | Wallbox 11 kW komplett |
|---|---|
| Nennleistung | 11,0 kW |
| Betriebsstrom | 16 A |
| Nennspannung | 400 V |
| Stromart | Drehstrom |
| Leistungsfaktor cos φ | 1,00 |
| Leiterquerschnitt | 2,5 mm² |
| Aderzahl | 5 |
| Material | Kupfer (Cu) |
| Leitungstyp | NYM-J 5×2,5 mm² |
| Repräsentative Länge | 20 m |
| Verlegeart (Annahme) | B2 (Installationsrohr) |
| Umgebungstemperatur (Annahme) | 30 °C |
| Leitertemperatur (Annahme) | 70 °C |
Berechnet am 2026-05-21. Annahmen: Verlegeart B2, Umgebungstemperatur 30 °C, Versorger-Impedanz 0,4 Ω, Schutzziel 0,4 s (Endstromkreis).
Spannungsabfall im Drehstromkreis
- ΔU
- Spannungsabfall auf der Leitung (V)
- L
- Leitungslänge (einfach) (m)
- I
- Strom im Leiter (A)
- cos φ
- Leistungsfaktor
- κ
- Spezifische Leitfähigkeit bei Betriebstemperatur (m/(Ω·mm²))
- A
- Leiterquerschnitt (mm²)
Passt das alles zusammen?
Die Komplett-Berechnung für die Wallbox 11 kW folgt der Standard-Reihenfolge der DIN VDE 0100-Reihe: erst Querschnitt nach Strombelastbarkeit (19,5 A maximal bei B2 / 30 °C), dann Spannungsabfall auf der Zuleitung (1,18 % auf 20 m), dann Leitungsschutz-Koordination und Abschaltbedingung. Jeder Schritt baut auf dem Ergebnis des vorherigen auf.
Mit 2,5 mm² Cu bleibt der Spannungsabfall unter der 5-Prozent-Empfehlung nach DIN VDE 0100-520 für Endstromkreise. Bei längeren Strecken oder höheren Anlauflasten lohnt der Blick auf den nächstgrößeren Querschnitt — eine Aufstockung kostet wenig im Material, reduziert aber Dauer-Verluste deutlich (P_v ~ I²·R, also quadratisch im Strom und linear im inversen Querschnitt).
Die Leitungsschutz-Koordination nach DIN VDE 0100-430 ist mit B16 und 2,5 mm² Cu vollständig erfüllt: Bedingung 1 (I_B ≤ I_n) prüft die Überlastfähigkeit, Bedingung 2 (I_n ≤ I_z und I_2 ≤ 1,45·I_z) sichert, dass der LS rechtzeitig auslöst, bevor das Kabel den thermischen Grenzwert erreicht.
Die Abschaltbedingung im TN-System nach DIN VDE 0100-410 verlangt Z_s ≤ U_0 / (k·I_n). Mit der berechneten Schleifenimpedanz von 0,753 Ω ist die Bedingung erfüllt. Reserve 67 Prozent zur maximal zulässigen Z_s.
Speziell bei der Wallbox 11 kW: ohne integrierte DC-Fehlerstrom-Erkennung des Geräts ist der FI Typ B Pflicht. Glatte Gleichfehlerströme aus dem internen Wechselrichter blenden Typ-A-Schalter, im Worst-Case bleibt der Schutz unwirksam. FI Typ B kostet zwar mehr (~150–250 EUR statt 40–80 EUR), ist aber der einzige sichere Pfad bei modernen Wallboxen ohne eigenen Personenschutz auf der Last-Seite.
Häufige Fragen
Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination
Welcher Querschnitt für die Wallbox 11 kW bei 20 m Zuleitung?
Welcher LS-Schalter passt zur Wallbox 11 kW?
Welcher FI-Typ ist für die Wallbox 11 kW vorgeschrieben?
Reicht der 2,5 mm² Cu-Querschnitt für längere Zuleitungen?
Wie wird die Schleifenimpedanz für die Wallbox 11 kW berechnet?
Welche Verluste hat die Zuleitung im Dauerbetrieb?
Welche Komponenten brauche ich für den vollständigen Anschluss der Wallbox 11 kW?
Fachbegriffe in diesem Text
Verwandte Berechnungen
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Normative Grundlagen
- DIN VDE 0100-410 — Schutz gegen elektrischen Schlag (Abschaltbedingung)
- DIN VDE 0100-430 — Schutz bei Überstrom (Bedingungen 1+2)
- DIN VDE 0100-520 — Kabel- und Leitungsanlagen (Spannungsabfall, Verlegeart)
- DIN EN 60898-1 — Leitungsschutzschalter (B/C/D-Charakteristik)
- DIN EN 61008-1 / IEC 62423 — Fehlerstromschutzschalter Typ A und Typ B
Berechnungen sind Orientierungshilfen aus eigenem physikalischem Modell. Die Auswahl konkreter Komponenten und die Errichtung der Anlage müssen durch eine eingetragene Elektrofachkraft erfolgen.