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Wallbox 22 kW Anschluss komplett — Querschnitt, B32 LS, FI Typ B 40 A

Drehstrom-Wallbox an 32 A Dauerlast — Querschnitt 6 mm², B32 LS und FI Typ B 40 A.

Empfohlener Querschnitt

6 mm² Cu
LS-Schalter
B32
FI-Schutz
Typ B 30 mA
Spannungsabfall
0,99 % (20 m)
Schleifenimpedanz
0,547 Ω

Kurzantwort

Für die Wallbox 22 kW reichen 6 mm² Cu (NYM-J 5×6) bei 20 m Zuleitung. Spannungsabfall 0,99 %, Absicherung B32 und FI Typ B 30 mA — alle DIN-VDE-Bedingungen erfüllt.

Grundlage: Berechnung nach DIN VDE 0100-410, -430 und -520 sowie DIN EN 60898-1.

Orientierungshilfe · Prüfung durch Elektrofachkraft erforderlich Mehr →

Berechnungen im Detail für Wallbox 22 kW

Passende Folgeberechnungen für diese Parameter-Kombination.

Wie schließe ich Wallbox 22 kW richtig an?

Sechs aufeinander aufbauende Berechnungen — vom Querschnitt nach Strombelastbarkeit über Spannungsabfall und Leitungsschutz bis zur Abschaltbedingung im Erdschluss-Fall. Jeder Schritt verlinkt auf den Single-Rechner mit Längen-Matrix und Detail-Berechnung.

  1. Schritt 1

    Querschnitt nach Strombelastbarkeit dimensionieren

    34,8 A Belastbarkeit 6 mm² Cu in B2 bei 30 °C

    Bei 32 A Betriebsstrom und Verlegeart B2 (Installationsrohr unter Putz) liefert die Wärmebilanz des 6 mm² Cu-Leiters eine maximale Dauerbelastbarkeit von 34,8 A. Damit ist der Querschnitt thermisch ausreichend dimensioniert — die Auslastung liegt bei rund 92 Prozent.

    Kabelquerschnitt-Berechnung im Detail
  2. Schritt 2

    Spannungsabfall auf der Zuleitung prüfen

    0,99 % Spannungsabfall auf 20 m

    Auf 20 m einfacher Leitungslänge fällt bei 32 A und 6 mm² Cu ein Spannungsabfall von 3,95 V an — das sind 0,99 Prozent der Nennspannung. Damit liegt die Installation innerhalb der 5-Prozent-Empfehlung der DIN VDE 0100-520 für Endstromkreise.

    Spannungsabfall-Berechnung im Detail
  3. Schritt 3

    Leitungsschutz-Koordination wählen

    B32 Leitungsschutzschalter B-Charakteristik

    Für 32 A Betriebsstrom liegt der nächstgrößere Standard-Nennstrom bei 32 A. Empfohlene Charakteristik: B. Die Auslastung des Schutzorgans beträgt 100 Prozent, die Reserve zur Leitungsbelastbarkeit liegt bei 2,8 A. Bedingungen 1+2 nach DIN VDE 0100-430 sind erfüllt.

    Leitungsschutz-Koordination im Detail
  4. Schritt 4

    Schleifenimpedanz für Abschaltbedingung verifizieren

    0,547 Ω Schleifenimpedanz Z_s bei 20 m

    Mit 20 m Zuleitung, 6 mm² Cu und 0,4 Ω angenommener Versorger-Impedanz beträgt die Schleifenimpedanz Z_s = 0,547 Ω. Der zu erwartende Kurzschlussstrom liegt bei 420 A — Abschaltbedingung im Schutzziel 0,4 s erfüllt, Reserve 52 Prozent zur maximal zulässigen Z_s.

    Schleifenimpedanz-Berechnung im Detail
  5. Schritt 5

    Verlustleistung der Zuleitung im Dauerbetrieb

    126,3 W Verlustleistung bei 32 A Dauerstrom

    Der reine ohmsche Schleifenwiderstand der 6 mm² Cu-Leitung beträgt bei 70 °C Leitertemperatur R = 0,142 Ω auf 20 m. Mit 32 A Dauerstrom ergibt sich eine Verlustleistung von 126,3 W. Über das Jahr (8.760 Stunden) sind das bei voller Nutzung rund 1,1 kWh Wärmeverlust auf der Zuleitung selbst.

    Leitungswiderstand-Rechner
  6. Schritt 6

    FI-Schutzschalter-Typ wählen — DC-Fehlerströme beachten

    Typ B 30 mA Pflicht-FI bei DC-Fehlerstrom-Risiko

    Wallbox 22 kW kann bei interner Wechselrichter-Elektronik glatte DC-Fehlerströme erzeugen. FI Typ A erkennt diese nicht und kann verzögert oder gar nicht auslösen. Pflicht ist daher ein FI Typ B (oder Typ B+) mit 30 mA Auslösestrom für den Personenschutz, sofern die Wallbox keine eigene DC-Fehlerstrom-Erkennung mitbringt. Bemessungsstrom des FI: nächstgrößere Stufe über dem LS, also typisch 40 A bei B16 / 40 A bei B32.

    FI Typ B Datenblatt-Vergleich

Was brauche ich konkret für Wallbox 22 kW?

Komponenten und Mengen für die elektrische Anbindung der Wallbox 22 kW nach den oben berechneten Werten. Cross-Links führen zum Komponenten-Katalog mit Hersteller-Datenblättern.

Position Menge Hinweis
Leitungsschutzschalter B32, 3-polig 1 Stk Dauerlast 32 A — keine Überlastreserve, Querschnitt kritisch
Fehlerstromschutzschalter Typ B, 30 mA, 40 A 4-polig 1 Stk Typ B zwingend bei Wallbox ohne eigenen DC-Fehlerstrom-Schutz
NYM-J 5×6 mm² Cu 25 m Verlegeart B2 — bei längeren Strecken auf 10 mm² aufrüsten
CEE-Stecker rot 32 A 5-polig (alternativ Festanschluss) 1 Stk
Aderendhülsen 6 mm² isoliert 10 Stk

Mengenangaben sind Richtwerte für eine typische Installation. Der tatsächliche Bedarf hängt von Trassenführung, Verteilerstandort und installationsspezifischen Anforderungen ab und muss von einer eingetragenen Elektrofachkraft vor Ort geprüft werden.

Eingangswerte und Konstanten

Anwendung Wallbox 22 kW komplett
Nennleistung 22,0 kW
Betriebsstrom 32 A
Nennspannung 400 V
Stromart Drehstrom
Leistungsfaktor cos φ 1,00
Leiterquerschnitt 6 mm²
Aderzahl 5
Material Kupfer (Cu)
Leitungstyp NYM-J 5×6 mm²
Repräsentative Länge 20 m
Verlegeart (Annahme) B2 (Installationsrohr)
Umgebungstemperatur (Annahme) 30 °C
Leitertemperatur (Annahme) 70 °C

Berechnet am 2026-05-21. Annahmen: Verlegeart B2, Umgebungstemperatur 30 °C, Versorger-Impedanz 0,4 Ω, Schutzziel 0,4 s (Endstromkreis).

Spannungsabfall im Drehstromkreis

ΔU
Spannungsabfall auf der Leitung (V)
L
Leitungslänge (einfach) (m)
I
Strom im Leiter (A)
cos φ
Leistungsfaktor
κ
Spezifische Leitfähigkeit bei Betriebstemperatur (m/(Ω·mm²))
A
Leiterquerschnitt (mm²)

Passt das alles zusammen?

Die Komplett-Berechnung für die Wallbox 22 kW folgt der Standard-Reihenfolge der DIN VDE 0100-Reihe: erst Querschnitt nach Strombelastbarkeit (34,8 A maximal bei B2 / 30 °C), dann Spannungsabfall auf der Zuleitung (0,99 % auf 20 m), dann Leitungsschutz-Koordination und Abschaltbedingung. Jeder Schritt baut auf dem Ergebnis des vorherigen auf.

Mit 6 mm² Cu bleibt der Spannungsabfall unter der 5-Prozent-Empfehlung nach DIN VDE 0100-520 für Endstromkreise. Bei längeren Strecken oder höheren Anlauflasten lohnt der Blick auf den nächstgrößeren Querschnitt — eine Aufstockung kostet wenig im Material, reduziert aber Dauer-Verluste deutlich (P_v ~ I²·R, also quadratisch im Strom und linear im inversen Querschnitt).

Die Leitungsschutz-Koordination nach DIN VDE 0100-430 ist mit B32 und 6 mm² Cu vollständig erfüllt: Bedingung 1 (I_B ≤ I_n) prüft die Überlastfähigkeit, Bedingung 2 (I_n ≤ I_z und I_2 ≤ 1,45·I_z) sichert, dass der LS rechtzeitig auslöst, bevor das Kabel den thermischen Grenzwert erreicht.

Die Abschaltbedingung im TN-System nach DIN VDE 0100-410 verlangt Z_s ≤ U_0 / (k·I_n). Mit der berechneten Schleifenimpedanz von 0,547 Ω ist die Bedingung erfüllt. Reserve 52 Prozent zur maximal zulässigen Z_s.

Speziell bei der Wallbox 22 kW: ohne integrierte DC-Fehlerstrom-Erkennung des Geräts ist der FI Typ B Pflicht. Glatte Gleichfehlerströme aus dem internen Wechselrichter blenden Typ-A-Schalter, im Worst-Case bleibt der Schutz unwirksam. FI Typ B kostet zwar mehr (~150–250 EUR statt 40–80 EUR), ist aber der einzige sichere Pfad bei modernen Wallboxen ohne eigenen Personenschutz auf der Last-Seite.

Häufige Fragen

Fachliche Details zu dieser Parameter-Kombination

Welcher Querschnitt für die Wallbox 22 kW bei 20 m Zuleitung?
6 mm² Cu reichen für die Wallbox 22 kW bei 20 m. Spannungsabfall 0,99 % (Grenzwert 5 % nach DIN VDE 0100-520), thermische Belastbarkeit 34,8 A in Verlegeart B2 — Reserve zum Betriebsstrom 2,8 A.
Welcher LS-Schalter passt zur Wallbox 22 kW?
B32 ist die Standard-Wahl: B-Charakteristik für ohm'sch dominierte Lasten und 32 A Nennstrom als nächstgrößerer Standardwert über dem Betriebsstrom von 32 A. Auslastung 100 Prozent.
Welcher FI-Typ ist für die Wallbox 22 kW vorgeschrieben?
FI Typ B mit 30 mA Auslösestrom — Pflicht bei Wallboxen ohne integrierte DC-Fehlerstrom-Erkennung. Glatte Gleichfehlerströme aus der internen Leistungselektronik blenden FI Typ A; nur Typ B (oder Typ B+) sichert den Personenschutz zuverlässig. Bemessungsstrom 63 A.
Reicht der 6 mm² Cu-Querschnitt für längere Zuleitungen?
Bei 20 m liegt der Spannungsabfall bei 0,99 %. Die kritische Grenze von 5 % wird bei 6 mm² noch nicht erreicht — bei längeren Strecken sinkt der Spielraum, eine Aufstockung auf den nächstgrößeren Querschnitt ist dann sinnvoll. Verlustleistung im Dauerbetrieb: 126,3 W bei 32 A.
Wie wird die Schleifenimpedanz für die Wallbox 22 kW berechnet?
Z_s = Z_versorger + R_phase + R_PE. Bei 20 m Zuleitung mit 6 mm² Cu (Phase und PE gleicher Querschnitt) und 0,4 Ω angenommener Versorger-Impedanz ergibt sich Z_s = 0,547 Ω. Die maximale Z_s nach DIN VDE 0100-410 für B32 im Schutzziel 0,4 s liegt bei 1,150 Ω — Bedingung erfüllt.
Welche Verluste hat die Zuleitung im Dauerbetrieb?
Bei 32 A Dauerstrom auf 6 mm² Cu fallen 126,3 W als Wärme über die 20 m Zuleitung ab. Über 8.760 Betriebsstunden im Jahr ergibt das bei voller Auslastung 1,1 kWh — bei realistisch reduzierter Nutzung entsprechend weniger. Größerer Querschnitt halbiert den Widerstand, viertelt die Verluste bei gleichem Strom.
Welche Komponenten brauche ich für den vollständigen Anschluss der Wallbox 22 kW?
Mindestens: Leitungsschutzschalter B32 (3-polig), FI Typ B 30 mA, Zuleitung NYM-J 5×6 mm² in passender Länge, Aderendhülsen, sowie ggf. Anschlussdose oder CEE-Stecker. Die vollständige Material-Stückliste mit Mengen und Cross-Links zum Komponenten-Katalog steht weiter unten auf dieser Seite.

Fachbegriffe in diesem Text

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Normative Grundlagen

  • DIN VDE 0100-410 — Schutz gegen elektrischen Schlag (Abschaltbedingung)
  • DIN VDE 0100-430 — Schutz bei Überstrom (Bedingungen 1+2)
  • DIN VDE 0100-520 — Kabel- und Leitungsanlagen (Spannungsabfall, Verlegeart)
  • DIN EN 60898-1 — Leitungsschutzschalter (B/C/D-Charakteristik)
  • DIN EN 61008-1 / IEC 62423 — Fehlerstromschutzschalter Typ A und Typ B

Berechnungen sind Orientierungshilfen aus eigenem physikalischem Modell. Die Auswahl konkreter Komponenten und die Errichtung der Anlage müssen durch eine eingetragene Elektrofachkraft erfolgen.